Hip-Hopper und Tausendsassa: Jonny S stellt neues Album vor | Neue Braunschweiger
17. Februar 2015
Kulturelles

Hip-Hopper und Tausendsassa: Jonny S stellt neues Album vor

Braunschweiger Musiker präsentiert „Tattoo“ und startet Crowdfunding-Kampagne.

Der Braunschweiger Hip-Hopper Jonny S. Foto: Rasmus Bell

Von Falk-Martin Drescher, 17.02.2015.

Braunschweig. Jonathan Beddig ist ein Tausendsassa. Designer, Unternehmensgründer, Musiker, Netzwerker – ein Sympath. Als Jonny S ist der Hip-Hopper schon seit vielen Jahren aktiv. Nach seinem vergangenen Album “Halbes Leben” legt der Braunschweiger nun mit “Tattoo” nach.

Das Album wird nicht nur auf besondere Weise finanziert. Auch die Geschichten dahinter sind unbedingt hörens- und lesenswert. Über die Entwicklung, das neue Album und auch die Crowdfunding-Aktion hat er im Interview gesprochen.

?“Tattoo” finanzierst du über Crowdfunding. Auch dein vorheriges Album hast du gecrowdfunded. Wie lief das?

! Das war mehr Glück als Verstand. Ich habe das damals relativ spontan entschieden und gedacht, das wird schon irgendwie gehen. Ich wusste, es gibt ein paar Freunde, die das schon immer wollten, so habe ich das einfach gemacht. Als es dann losging, und die ersten Taler reinkamen hat es sich auch schnell bewahrheitet. Irgendwann kommst du jedoch an einen Punkt, an dem du merkst: Es passiert gerade nicht mehr jeden Tag etwas, ich muss aktiv werden. Hätte es nicht unabhängig voneinander gleich zwei Leute gegeben, die richtig große finanzielle Batzen gegeben hätten, wäre es nichts geworden. Das war insgesamt eine Sache, die ich so nicht kalkuliert habe, die einfach so passiert ist.

?Du hast davor einige Jahre gar kein Album herausgebracht. Gab es einen Schlüsselmoment – dass du wieder ein Release an den Start gebracht hast?
!In den Jahren war ich nicht untätig, ich habe sogar ein ganzes Album aufgenommen. Am Ende haben der Produzent und ich aber nicht mehr so zusammengefunden wie am Anfang, ein Trauerfall in seiner Familie kam hinzu. Ich bekam Kinder, habe mein Studium beendet, ein Startup gegründet. Unsere Terminkalender fanden nicht mehr zusammen und so lag das Album erst einmal brach.
Das war auch einer der Gründe, warum ich mit der Zeit mit einem gewissen Druck herumlief, wieder etwas machen zu wollen. Ich habe dann angefangen – und herausgekommen ist doch ein recht gutes Album (lacht).

?Welche Crowdfundingsumme musste für das vergangene Album zusammenkommen – und wie viel soll es beim neuen Album „Tattoo“ sein?
!Zuletzt waren es 4900 Euro, die ich für eine CD- und Vinylpressung benötigt habe. Jetzt will ich die Prozesse und Arbeit professionalisieren, was auch bedeutet, dass viele Dinge Geld kosten. Beim vergangenen Album haben mich viele Leute kostenfrei begleitet. Wenn ich das auf gleichem Level oder auf höheren machen will, geht das nicht mehr einfach so. In Summe kommen wir damit dieses Mal auf rund 23 000 Euro.

?Was war die erste Resonanz auf dein neues Projekt – und auch die Summe?

!Es gibt unterschiedlichste Reaktionen. Wenn ich den Leuten erkläre, was ich vorhabe, ist es in jedem Fall ganz plausibel. Die Transparenz ist mir sehr wichtig. Dann gibt es natürlich auch Leute – insbesondere Musiker – deren Horizont manchmal schon bei einer 100-Euro-Gage für einen Auftritt endet. Wenn man in solchen Dimensionen denkt, sind 23 000 Euro natürlich exorbitant viel.

? Wovon wird „Tattoo“ handeln?

!Gefühlt knüpft es an die Platte „Halbes Leben“ an. Im Nachgang betrachtet, war diese ein sehr düsteres, melancholisches Album. Die neue Platte ist deutlich heller, hat eine ganz andere Grundstimmung. Dadurch, dass ich mit einer Band unterwegs bin, wird es natürlich auch musikalisch ganz andere Einflüsse geben. Ich habe sie nicht nur selbst produziert – sondern auch mit anderen Produzenten zusammengearbeitet. Wenn man die vergangene Platte mag, dann wird es bei der Neuen vermutlich auch so sein.
Das vollständige Interview steht auf www.szene38.de. Details zu Jonny S auf www.facebook.com/jonnyinnacity.

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