29. Mai 2021
Sport

Höher, schneller und weiter!

Deutschlands Leichtathletik-Elite macht am kommenden Wochenende in Braunschweig Station

Sowohl im Weitsprung als auch im Sprint zeigt Malaika Mihambo herausragende Leistungen. Die gebürtige Heidelbergerin holte 2020 in der Braunschweiger Sprunggrube den Titel. Foto: imago

Braunschweig. Rekordjäger wie Speerwerfer Johannes Vetter, Sympathieträgerinnen wie Deutschlands Sportlerin des Jahres 2020 Malaika Mihambo, aber auch polarisierende Typen wie Diskuswerfer Christoph Harting: Sie alle kommen am nächsten Wochenende in Braunschweig zusammen, wo bei den deutschen Meisterschaften die besten Leichtathleten der Republik gekürt werden.

In diesem besonderen Jahr geht es dabei freilich nicht nur um den Meistertitel, viele Athleten kämpfen gleichzeitig um die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August). Anders als 2020, als die deutschen Meisterschaften ebenfalls im Eintracht-Stadion stattfanden, dürfen sich die Sportler diesmal auch auf Zuschauer freuen: Jeweils 2000 Besucher pro Wettkampftag dürfen die Arena an der Hamburger Straße am Samstag und Sonntag betreten.
Die gute Nachricht erreichte das Organisationskomitee der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2021 am Donnerstag der vergangenen Woche: Das Land Niedersachsen gab grünes Licht für eine Rückkehr der Zuschauer in das Eintracht-Stadion. Nicht um die 20 000 pro Wettkampftag wie bei früheren Veranstaltungen, aber zumindest je 2000 Sportfans sollen am Samstag und Sonntag auf den Tribünen Platz nehmen dürfen.

Das Braunschweiger Konzept war in der Landeshauptstadt offenbar gut angekommen. „Wir wollen mit den deutschen Meisterschaften in Braunschweig ein Modellprojekt auf den Weg bringen, um Sportveranstaltungen vor Publikum mit einem guten, umfassenden und strengen Hygienekonzept perspektivisch wieder zu ermöglichen“, ließ sich Innenminister Boris Pistorius in einer Mitteilung seines Ministeriums zitieren.

Wie und an wen genau die Tickets vergeben werden sollen, blieb zunächst offen. Laut seinem Vorstandsvorsitzenden Idriss Gonschinska wolle der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) aber „vor allem ‚Corona-Helden‘ sowie ehrenamtlichen Helfern von Leichtathletik-Vereinen aus dem Raum Niedersachsen die Möglichkeit geben, bei der DM live dabei zu sein. Ferner möchten wir Leichtathletik-Vertretern und Vertretern des Breitensports ermöglichen, dass sie bei der Generalprobe für die Olympischen Spiele in Tokio dabei sein können.“

Wer kein Ticket ergattert, wird die Wettkämpfe am Freitag (Auftakt mit dem Stabhochsprung der Damen), Samstag und Sonntag aber auch im Fernsehen bei ARD und ZDF verfolgen können. Und das Einschalten dürfte sich lohnen, immerhin ist im Kampf um Titel und Olympia-Normen so ziemlich alles dabei, was in der deutschen Leichtathletik Rang und Namen hat. Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo etwa, deren Formkurve zuletzt beim Meeting in Dessau schon wieder nach oben zeigte. „Es war ein guter Einstieg. 6,68 Meter sind solide, es ist aber auch mehr drin“, sagte die 27-Jährige nach ihrem Sieg in der Bauhaus-Stadt.

In absoluter Topverfassung präsentiert sich bereits Speerwerfer Johannes Vetter. Dem deutschen Rekordhalter gelangen in dieser Saison schon vier Siegerweiten über 90 Meter. „Olympia-Gold ist das große Ziel“, betont Vetter deshalb folgerichtig – doch zuerst soll sein Speer in Braunschweig zum nationalen Titel fliegen.
„Es ist seit 2000 die fünfte DM im Eintracht-Stadion, das ist ein gutes Zeichen für unsere Stadt“, erklärte Stadthallen-Geschäftsführer Stephan Lemke im Vorfeld der Veranstaltung in „seiner“ Arena. Auf der Jagd nach den begehrten Tokio-Tickets dürfte das Niveau der sportlichen Leistungen in diesem Jahr ganz besonders hoch sein – zumal die Fans auf den Rängen die Gier nach Rekorden noch steigern werden

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