„Ich bin ein Spieler, der über die Mentalität kommt“ | Neue Braunschweiger
19. September 2020
Sport

„Ich bin ein Spieler, der über die Mentalität kommt“

Eintracht-Neuzugang Jannis Nikolaou in NB-Interview

Jannis Nikolaou. Foto: Sebastian Priebe/imago images/regios24

Braunschweig. Als erster Spieler entschied sich Jannis Nikolaou nach der Zweitligarückkehr zu einem Wechsel nach Braunschweig. Zuvor sammelte der gebürtige Bonner, der beim 1. FC Köln ausgebildet wurde, in Erfurt und Würzburg Drittligaerfahrung und lief in den vergangenen beiden Zweitligaspielzeiten für Dynamo Dresden auf. Im NB-Interview spricht der 27-Jährige über sein neues Umfeld, die Unterschiede zwischen zweiter und dritter Liga und seinen bisherigen Karriereweg.

Herr Nikolaou, als erster Neuzugang haben Sie nach dem Aufstieg bei Eintracht unterschrieben, was gab den Ausschlag an die Hamburger Straße zu wechseln?

Ich hatte sehr gute Gespräche mit Peter Vollmann und Daniel Meyer. Der Weg, den mir die Verantwortlichen aufgezeigt haben, hat mich überzeugt, deshalb habe ich auch einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben. Die Eintracht hat einen klangvollen Namen, besitzt sehr viel Tradition und hat bis zur Abstiegssaison immer eine sehr gute Rolle in der zweiten Liga gespielt. Die Entscheidung für die Eintracht stand für mich deshalb relativ schnell fest.

Mit Dynamo Dresden erlebten Sie einen undankbaren Saisonverlauf. Nach dem Lockdown musste das Team in Quarantäne und verpasste den Klassenerhalt nach einem Mammutprogramm von neun Spielen in nicht einmal 30 Tagen. Wie habe Sie die Situation erlebt?

Ich bin ein Mensch, der nicht gerne nach hinten schaut, sondern sich auf das Hier und Jetzt fokussiert. Dresden war gestern und heute ist Eintracht Braunschweig – mit Leib und Seele. Corona hat uns seinerzeit sicher nicht in die Karten gespielt, aber das ist – wie gesagt – abgehakt.

Wie sehen Sie Ihre neue Mannschaft, in der sich mit Michael Schultz, Fabio Kaufmann oder Ihnen auch Akteure befinden, die erst nach einigen Karrierejahren die Chance bekamen, sich höherklassig zu beweisen?  

Wichtig ist immer eine Mannschaft zusammenzustellen, die hungrig ist, die lernen und etwas erreichen möchte. Das passt bei uns sowohl von den Spielertypen als auch von den einzelnen Charakteren sehr gut.

Sie haben in den vergangenen Jahren sowohl in der zweiten als auch in der dritten Liga gespielt, wodurch unterscheiden sich die beiden Spielklassen?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, sich in der dritten Liga zu behaupten. Die individuelle Qualität ist in der zweiten Liga aber nochmal ein Stück besser, man spielt häufiger gegen noch gestandenere Spieler. Außerdem ist das Tempo höher, sodass jeder Fehler eiskalt bestraft wird. Sicher braucht man in gewissen Spielen das Momentum auf seiner Seite, noch wichtiger ist aber den Willen der Mannschaft zu sehen, dass man die Spiele mit aller Macht für sich entscheiden  möchte.

Welche Tugenden werfen Sie selbst in die Waagschale. Trauen Sie sich auch das Kapitänsamt zu, das Sie in Würzburg bereits einige Male innehatten?

Ich bin ein Spieler, der über die Mentalität kommt und alles für die Mannschaft gibt. Diese Tugenden möchte ich in jedem Spiel reinwerfen. Trotzdem versuche ich auch meinem Team mit spielerischen Elementen weiterzuhelfen.
Natürlich möchte ich Verantwortung übernehmen und der Mannschaft helfen, wie auch immer sich das am Ende ausdrückt.

Bei Ihren bisherigen Stationen in Erfurt, Würzburg und Dresden haben Sie häufig in engen Spielen ihre Tore erzielt. Gehen Sie gerne in solchen Phasen voran, in denen vor allem Nervenstärke gefragt ist?

Mit 27 Jahren besitzt man eine gewisse Erfahrung und hat in seiner Karriere schon die eine oder andere Drucksituation in zweiter und dritter Liga erlebt. Das gilt insbesondere für ein Umfeld wie das in Dresden und ist ein Erfahrungswert, den ich gerne mitbringe, um der Mannschaft zu helfen

Sie waren ein absoluter Wunschspieler von Daniel Meyer, was zeichnet ihn als Trainer aus?

Unser Trainer hat eine ganz klare Spielidee und eine Philosophie, die er gut in die Mannschaft impliziert. Er ist ein junger Trainer, der  akribisch arbeitet und auf Details achtet. Er möchte uns jeden Tag weiterbringen und entwickeln.

Kurioserweise habe Sie in Ihrer Karriere noch nie ein Pflichtspiel in Braunschweig absolviert. Wie haben Sie die Stadt bislang erlebt?

Trotz Corona merkt man anhand von blau-gelb dekorierten Autos oder Fahnen in Gärten, dass die Stadt sehr stark hinter dem Verein steht. Meine Frau und ich fühlen uns in Braunschweig sehr wohl.

 

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