„Ich habe mir Respekt verschafft“ | Neue Braunschweiger
3. Juni 2014
Sportliches

„Ich habe mir Respekt verschafft“

Basketball: Braunschweigs NBA-Export Dennis Schröder besucht derzeit seine Heimatstadt.

Dennis Schröder, eingerahmt von Liviu Calin (l.) und Manager Ademola Okulaja. Foto: Ammerpohl

Von Christoph Matthies, 04.06.2014.

Braunschweig. Die Binsenweisheit, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, gilt auch und ganz besonders in der NBA. Wäsche waschen, die Autos saubermachen, Essen holen – Dennis Schröder erinnert sich an so manchen Extrawunsch, den er seinen Mitspielern in seiner ersten NBA-Saison erfüllen musste. Gestern erzählte der Point Guard der Atlanta Hawks, der das Basketballspielen auf der IGS Franzsches Feld und bei der SG Braunschweig erlernte, im Steigenberger-Hotel von seinen Erfahrungen als Rookie in der besten Liga der Welt.

Es war kein leichtes Jahr für Schröder, der mit nur 20 Lenzen seine erste NBA-Partie bestritt. Nach nur wenigen Tagen in der Saison wurde er für eine Begegnung gesperrt, weil er Gegenspieler DeMarcus Cousins in die „Kronjuwelen“ gefasst hatte. Anfang Dezember kam es dann zur sportlichen Degradierung, der junge Deutsche wurde für sechs Spiele in die NBA-Entwicklungsliga abkommandiert. „Ich habe viel dazugelernt“, sagt Schröder heute über diese schwierige Phase.

Es sei schon eine heftige Umstellung gewesen, denkt der Rookie an sein Premierenjahr in den USA zurück. Besonders sportlich: „Du spielst jede zweite Nacht gegen die besten Aufbauspieler der Welt“, erzählt der ehemalige Prinzenpark-Zocker, der mit seinem ersten NBA-Vertrag gleich zum Dollar-Millionär geworden ist, fast ehrfürchtig. Mit großem Trainingseifer habe er aber zumindest bei seinen Mitspielern schnell Ansehen erlangt: „Wenn die sehen, dass du als Letzter aus der Halle gehst, verschafft dir das auf jeden Fall Respekt.“

Schröder ist durch und durch Familienmensch, in Atlanta lebte er mit seiner großen Schwester und deren Tochter zusammen. Auch sein Bruder Che besuchte ihn mehrmals, damit Dennis sich in der Fremde wohlfühlt. Der Kontakt soll noch enger werden, allmählich möchte Dennis seine ganze Familie in die USA holen. Auch seinen großen Förderer, Coach Liviu Calin, würde er gerne dauerhaft an seiner Seite haben.

Bis Mitte Juni bleibt Braunschweigs bester Basketballer noch an der Oker, dann geht es wieder nach Atlanta, wo fleißig trainiert wird, ehe er in der NBA-Sommerliga antritt. Im August steht dann die EM-Quali mit dem Nationalteam an – als Rookie in der deutschen Auswahl darf sich Schröder sicher auf den einen oder anderen Extrawunsch gefasst machen.

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