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„Ich möchte gerne die flippige Assistentin des Tatort-Kommissars sein“

Fernsehstar Joanna Semmelrogge spielt demnächst in der Liebesstory „Schmetterlinge sind frei“

Bankkauffrau, Schauspielerin und nun noch das Studium der Bildungswissenschaften: Joanna Semmelrogge hat viele Talente und ist ab dem 23. August mit Andreas Werth in der Komödie am Altstadtmarkt in „Schmetterlinge sind frei“ zu sehen. Foto: oh

Braunschweig. Joanna Semmelrogge (28), Tochter von Martin Semmelrogge, hat ihren Lebensmittelpunkt vor zwei Jahren nach Braunschweig verlegt. Jetzt steht sie wieder einmal auf der Bühne der Komödie am Altstadtmarkt. Ihre Rolle: Jill in der Komödie „Schmetterlinge sind frei“.

? Sie sind vor rund zwei Jahren „der Liebe wegen“ von Hamburg nach Braunschweig gezogen. Jetzt spielen Sie Jill, eine junge Frau in New York, die sich in ihren blinden Nachbarn verliebt. Wie viel Jill steckt in Ihnen selbst?

! Joanna Semmelrogge (lacht): Eine ganze Menge, ich bin auch sehr spontan und begeisterungsfähig, aber auch immer auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen.

? Wie groß ist für das Ensemble und Sie die Herausforderung, mit einem Sehenden zu spielen, der einen Blinden spielt?

! Das ist eine große, aber auch spannende Herausforderung, die aber auch riesig Spaß macht. Speziell die Erfahrung von Manon Straché, die auf der Bühne die Mutter von meinem blinden Nachbarn Don (Anm.: Andreas Werth) spielt, hilft uns jüngeren Akteuren. Wir sind aber auch ein ganz tolles Team, das Regisseur Florian Battermann da zusammengestellt hat.

? Wie viel Humor und Komödie stecken in der Produktion – ist es nicht eher ein „trauriges“ Stück?

! Das ist eine sehr liebevoll, witzig und mit viel Tiefgang geschriebene Komödie. Lustige, nachdenkliche, aber auch sentimentale Szenen, wechseln sich ab. Gerade die Rolle des erblindeten Don ist es, die die Zuschauer mit Sicherheit all diese genannten Facetten durchleben lässt. Diese Rolle zeigt, dass behinderte Menschen vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft sind und alles brauchen – nur kein Mitleid.

? Haben Sie Erfahrungen mit behinderten Menschen?

! Ja. Seit ich in Braunschweig lebe, arbeite ich in unregelmäßigen Abständen mit behinderten Kindern und Jugendlichen zusammen.

? Sie selbst stammen aus einer Schauspielerfamilie mit Ihrem Vater Martin Semmelrogge an der Spitze. Wie weit hat Sie das geprägt, auch einmal Schauspielerin zu werden?

! Als Kind wollte ich immer nur, dass mein Papa mein Papa ist. Ich wollte eigentlich nie die Tochter des Schauspielers Martin Semmelrogge sein. Deshalb habe ich ja auch eine Lehre als Bankkauffrau in München abgeschlossen, statt Schauspielerin zu werden.

? Wie kam es dann aber, dass sie doch Schauspielerin wurden?

! Irgendwie fließt halt durch uns Semmelrogges das Blut der Schauspielerei. Schon mein Großvater Willy Semmelrogge war ein bekannter Schauspieler. Seine Söhne, mein Vater und mein Onkel, sind Schauspieler, aber auch mein Bruder Dustin ist ja Schauspieler geworden. Und irgendwie spürte ich nach meiner Banklehre, dass dieser Beruf doch nichts für mich ist.

? Und dann kam, als sie 18 waren, das Angebot bei den „Roten Rosen“ mitzuspielen?

! Genau! Ich wurde gecastet und bekam die Rolle der Rosa – eine tolle Zeit und eine tolle Erfahrung. Danach habe ich dann die Schauspielschule absolviert.

? Welche Rolle möchten Sie gerne einmal spielen?

! In dem Stück von Michael Frayn, „Nackter Wahnsinn“, die Rolle der Vicki oder aber auch einmal eine Rolle in dem Stück „Dantons Tod“. Ich habe aber auch großen Bock auf Radio – da könnte ich mir vorstellen, eine frische, junge Sendung zu moderieren – mit allem, was dazugehört.

? Und wie sieht es mit Fernsehen aus?

! Sehr gerne, am liebsten die flippige Assistentin eines Tatort-Kommissars …

? Und wofür könnte man Sie gar nicht begeistern?

! Ich würde zum Beispiel nie in das Dschungelcamp einziehen.

? Wie lebt es sich in Braunschweig mit dem Status, bekannt zu sein?

! Gut. Die Braunschweiger sind tolle Leute. Ich freue mich ganz besonders, dass ich wieder einmal an der Komödie spielen darf – alle Braunschweiger sind herzlich willkommen.

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