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„Ich will von überall gefährlich sein“

Braunschweig.

Die Vertragsverlängerung von Allstar-Center Scott Eatherton hat die Fans der Löwen-Basketballer jubeln lassen. Doch auch der zweite Amerikaner im Frontcourt der Braunschweiger konnte sich zuletzt – quasi im Windschatten des großen Blonden – immer mehr in den Vordergrund spielen: Anthony Morse. Der athletische Power Forward dürfte auch am Sonntag (15 Uhr) in Bremerhaven wieder eine ganz wichtige Rolle einnehmen.

In der Heimpartie gegen die Bayern bewies Morse auch dem letzten Zweifler, wozu er in der Lage ist. Gegen den physisch überlegenen Tabellenführer ließ Löwen-Trainer Frank Menz den 2,03 Meter großen Amerikaner von Beginn an von der Kette – und gab ihm mit 34 Minuten die längste Einsatzzeit in dieser Saison. Morse zahlte es mit guter Defensive, neun meist spektakulären Punkten und 16 Rebounds zurück. Schon eine Woche zuvor in Bayreuth hatte Morse eines seiner besten Saisonspiele gemacht.

„Ich lerne viel von Scott“

„Anthony war noch sehr roh, als er zu uns gekommen ist“, sagt Menz über den 23-Jährigen. „Er ist ein super Charakter, superfleißig und verfügt über eine tolle Athletik. Aber es gab trotzdem ein großes Fragezeichen, ob es für ihn reicht für die Bundesliga.“ Dieses Fragezeichen hat Morse mittlerweile in ein großes Ausrufezeichen verwandelt.

„Ich glaube, dass ich mich sehr verbessert habe, seit ich in Braunschweig bin“, sagt Morse über seine Entwicklung. Und kommt dabei nicht umhin, seinem Center-Kollegen Eatherton zu danken: „Er ist ein phänomenaler Spieler, und ich liebe es, im Training gegen ihn zu spielen. Es macht mich besser. Er lässt mich Sachen im Spiel sehen, die ich sonst nicht sehen würde. Er weiß das nicht, aber ich lerne ganz viel von Scott und versuche, Dinge so zu machen wie er.“ Ein größeres Kompliment kann man einem Mitspieler wohl kaum aussprechen.

Noch wird Morse vornehmlich als Rollenspieler eingesetzt, soll dem Team Energie, Rebounding und Defense geben. Doch ähnlich wie der vielseitige Eatherton möchte auch der Mann aus Georgia sein Gesamtpaket noch variabler machen. „Ich würde mein Offensivspiel gerne bis zur Dreipunktelinie ausweiten. Und ich arbeite daran. Ich will von überall gefährlich sein“, betont Morse.

Der Traum von der NBA

Sollte ihm das gelingen, könnte es auch mit seinem großen Traum noch klappen. „Mein Ziel heißt NBA. Und ich glaube, dass ich den Körper und auch die Fähigkeiten habe, um dort zu spielen“, sagt der Fan der Detroit Pistons selbstbewusst. „Aber ich muss weiter arbeiten und mich verbessern, denn noch bin ich nicht so weit.“ Die Latte liegt hoch für Morse, doch natürlich weiß er, dass er nicht der erste Spieler wäre, der Braunschweig als Sprungbrett für eine NBA-Karriere genutzt hat.

Bis dahin dürfte es Morse nach Meinung vieler aber gern seinem Kollegen Scott Eatherton gleichtun und für ein weiteres Jahr bei den Löwen unterschreiben. „Er hat eine richtig tolle Entwicklung hinter sich, und natürlich beobachten wir ihn weiter“, deutet Frank Menz an, dass eine weitere Zusammenarbeit sicher nicht ausgeschlossen ist.

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