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Im Einsatz als Schoduvel-Praktikantin…

NB-Redakteurin Stefanie Druschke war auf der Suche nach ihrem versteckten Karnevals-Gen

Die Mädels von der Tanzschule am Zuckerberg geben ordentlich Gas. Fotos: Stefanie Druschke

Wagen 131, etwa halbe Strecke zwischen Volkswagen-Halle und Messegelände – das sind die Koordinaten für den Festwagen der Tanzschule am Zuckerberg.

Carola Xyländer-Scharnberg hat mich eingeladen, mit ihr und ihren Mädels auf dem glitzernden Prunkgefährt unter dem Motto „Celebration“ den Schoduvel mitzumachen.

Auf dem Weg dahin bekomme ich mit, wie jemand am Handy sein Telefonat mit „Dann also bis gleich. Helau!“ beendet. In meinen Ohren klingt das irgendwie komisch.

Dabei wird es für mich als bekennende Nicht-Karnevalistin gleich noch komischer: Am Wagen angekommen, nimmt mich die Truppe fröhlich und gut gelaunt in ihre Mitte und schreitet gleich zur Tat.

Mein frischer Kurzhaarschnitt verschwindet unter einer blonden Perücke, Schlapphut und Sonnenbrille obendrauf, dann noch goldener Stoff um den Hals gewunden. Mein zu Hause aufgetragener Lippenstift wird als zu dezent moniert und knallrot übermalt. Ok, dann mal los.

Ab 12 Uhr steigt bei allen die Aufregung. Plötzlich besorgtes Stirnrunzeln bei Carola: Es fehlt ein wichtiges Kabel, sonst wird’s nix mit ordentlicher Musikbeschallung. Hektisches Telefonieren allerseits – Kabel kommt, Glück gehabt!

Die Kamelle-Eimer an der Wagenbrüstung werden randvoll gefüllt. Ich staune über die vielen Säcke mit Wurfmaterial und noch viel mehr, als mir versichert wird, dass es wie jedes Jahr wohl trotzdem nicht reichen wird.

Noch schnell einen Prosecco für alle (Ich nippe nur – Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps) und der Wagen setzt sich in Bewegung.

Ein bisschen fühle ich mich wie die Karnevalspraktikantin. Dass unser Ruf-Part „Brunswiek“ lautet und das feiernde Volk darauf mit „Helau“ antwortet, bekomme ich zu meiner Schande erst nach einer ganzen Weile mit.

Mit den Flugeigenschaften des Wurfmaterials muss ich mich auch erst vertraut machen. Merke: Popcorn- und Chipstüten fliegen nicht sehr weit.

Ich habe noch den verdutzten Blick einer kleinen Tigerin vor Augen, der ich einen Schokoriegel zugedacht hatte.
Der gezielte Wurf in ihr hochgehaltenes Körbchen geht gehörig daneben und der Riegel klatscht ihr vor die Stirn. Sorry! Ich muss definitiv meinen Wurf-Arm trainieren und an meiner Technik feilen.

Je voller die Straßenränder, je lustiger die Menge, desto mehr komme ich in Stimmung. Vor dem Altstadtmarkt der Hinweis an alle: Gas geben, ab der Kurve sind wir im Fernsehen! Ich schwenke die Arme, tanze, ja ich singe sogar ein wenig mit.

Auf dem Podest mitten auf dem Prunkwagen tanzen einzelne von uns abwechselnd gut sichtbar für die Massen.

„Willst du nicht auch mal?“, werde ich animiert, da oben die Hüften zu schwingen. Mädels, ihr seid alle klasse und ich hatte tatsächlich Spaß, aber das geht mir jetzt doch zu weit…!

 

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