„Im Winter ist es hier sackdunkel“

Bezirksratsmitglied Berkan Kurtoglu kämpft für mehr Licht am Berliner Platz

Berkan Kurtoglu setzt sich seit knapp zwei Jahren dafür ein, dass der Fußweg vom ZOB zum Bebelhof besser ausgeleuchtet wird. Foto: Birgit Wiefel

Viewegs Garten-Bebelhof. Berkan Kurtoglu will Licht ins Dunkle bringen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Seit fast zwei Jahren kämpft das parteilose Mitglied des Stadtbezirksrats Viewegs Garten-Bebelhof für eine bessere Beleuchtung am Berliner Platz. Genauer: Für das rund 70 Meter lange Stück zwischen der Eisenbahnbrücke und dem ZOB in Richtung Hauptbahnhof.

Auf halbem Weg kam ihm die Verwaltung bereits entgegen und schaltete Anfang 2018 die Straßenbeleuchtung wieder ein. Doch das reicht dem 31-Jährigen nicht. „Im Herbst und Winter ist es auf dem Fußweg sackdunkel“, kritisiert er.
Berkhan Kurtoglu kennt das Viertel gut. Er wohnt im Bebelhof und hat die Strecke vom Hauptbahnhof Richtung Eisenbahnunterführung selbst oft nachts zurückgelegt. „Wer am ZOB oder am Bahnhof ankommt und in die Richtung will, geht meistens zu Fuß – das ist praktischer, als auf den Bus zu warten.“ Wohl hat er sich nie dabei gefühlt: „Auch ich schaue, dass ich die Ecke möglichst schnell hinter mir lasse. Man erkennt einfach nicht, ob da einer am Rand steht.“ Frauen fänden das Stück zwischen ZOB und der Brücke einfach nur „gruselig.“

Der Knackpunkt ist: Die wieder eingeschaltete Straßenbeleuchtung sorgt zwar für Licht auf der Straße und in geringerem Maße auch auf dem Radweg, auf dem Fußweg kommt aber nichts an. „Hecken und Straßenbäume schlucken dort noch zusätzlich Licht“, so der Jung-Politiker.

Auch sein Vorschlag, anstelle von neuen Straßenlaternen kostengünstigere Strahler an den Beleuchtungsmasten anzubringen, fand keine Zustimmung. Der Bauausschuss lehnte ab. „Die vorhandene Beleuchtung ist technisch in Ordnung. Die Kosten einer weitergehenden Beleuchtung des Gehwegs würden 5300 Euro betragen“, begründete die Verwaltung ihr Nein.

Im Moment sorgen die Laternen nur für Licht auf der Fahrbahn. Foto: Kurtoglu

Berkan Kurtoglu will trotzdem nicht aufgeben. Er hat inzwischen Kontakt zur Polizei und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Marion Lenz, aufgenommen, nachgefragt, ob sie die Lage ähnlich sehen. Lenz bestätigte den Eindruck, kennt die Stelle selbst gut. „Ich kann verstehen, dass die Gegend ein Angstraum darstellt, den Frauen meiden“, sagt sie auf Nachfrage der NB.

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