In Bussen mehr Platz für Rollis | Neue Braunschweiger
10. April 2015
Menschen

In Bussen mehr Platz für Rollis

Verkehrs-GmbH baut Fahrzeuge um – Sitzplätze fallen weg – Montag fahren erste Traminos.

Fahrgäste wie Heidemarie Fuchs, hier mit Verkehrs-GmbH-Geschäftsführer Jörg Reincke im ersten umgebauten Bus, freut sich über mehr Bewegungsfreiheit. Zwei Rollstühle passen jetzt bequem nebeneinander. Fotos: Thomas Ammerpohl

Von Martina Jurk, 10.04.2015.
Braunschweig. Heidemarie Fuchs ist oft mit Bus und Straßenbahn unterwegs. Und sie ist Rollstuhlfahrerin. Welche Tram eine Rampe hat und welche nicht, weiß sie genau. Die Seriennummer der Bahn reicht. Sie kennt auch die Platzverhältnisse für Rollstühle und Rollatoren in den Verkehrsmitteln. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen der Verkehrs-GmbH auf den Rat und die Vorschläge von Heidemarie Fuchs Wert legen.
Am Mittwoch ging der erste Bus, der rollstuhlgerechter umgebaut wurde, in Betrieb.

Sechs Sitze, vier hinten und zwei vorn, sind ausgebaut worden, damit mehr Platz für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen vorhanden ist. „Mit relativ wenig Aufwand erfolgte der Umbau in der eigenen Werkstatt“, sagt Betriebsleiter Andreas Glaser. Der Vorteil ist umso größer. „Um Klassen besser als vorher“, befindet Heidemarie Fuchs. Die Broitzemerin hat die Probe aufs Exempel gemacht und sozusagen der Verkehrs-GmbH grünes Licht gegeben, weitere Fahrzeuge umzubauen. Zwölf insgesamt, davon neun Gelenkbusse, der Baureihen 2011 bis 2013. „Wenn sich das bewährt, wird das zum Standard bei allen neuen Buslieferungen werden“, meint Geschäftsführer Jörg Reincke. Klar sei, dass der Umbau zulasten der Sitzplätze gehe. Aber, so Reincke, die Verkehrs-GmbH müsse der demografischen Entwicklung Rechnung tragen.

„Ab sofort werden die Busse umgebaut. Zu Beginn der Sommerferien sollen alle Fahrzeuge fertig sein. Niederflurig sind ja bereits alle schon, was den leichteren Einstieg ins Fahrzeug ermöglicht“, sagt Dirk Fischer, Technischer Leiter.

Auch die Straßenbahnflotte wird zu fast hundert Prozent niederflurig, wenn die neuen Traminos auf die Schiene kommen. Die ersten beiden von insgesamt 18 Bahnen werden schon am kommenden Montag in Betrieb genommen. Die restlichen sollen ebenfalls bis zum Sommer auf Braunschweigs Schienen fahren.

Dass die Idee des Umbaus der Busse umgesetzt wird, dafür hat sich auch der Behindertenbeirat der Stadt starkgemacht. Er ist Ansprechpartner für alle behinderten Bürger in Braunschweig und koordiniert die Belange behinderter Menschen. Vorsitzender Heinz Kaiser ist froh, dass das geklappt hat. „Rollatoren sind heute gesellschaftsfähig. Die Menschen wollen lange mobil bleiben, immer mehr sind mit Rollatoren unterwegs, weil sie sich sicherer fühlen.“

Tramino-Fest:

Die Inbetriebnahme der Traminos, eine der größten Investitionen der Verkehrs-GmbH, findet am Montag (13. April) um 12.30 Uhr an der Haltestelle „Friedrich-Wilhelm-Platz“ auf dem Bruchtorwall statt.
Oberbürgermeister Ulrich Markurth wird an der Haltestelle Friedrich-Wilhelm-Platz den ersten Tramino an eine Fahrerin beziehungsweise einen Fahrer der Linien M3 „übergeben“. Gleichzeitig begrüßt er die ersten Fahrgäste, die von den ankommenden älteren und hochflurigen Bahnen in den modernen niederflurigen Tramino, umsteigen.
Abfahrt der beiden Traminos:
13.07 Uhr Linie M3 Richtung Volkmarode
13.12 Uhr Linie M5 Richtung Hauptbahnhof

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