Inklusion: Was klappt, was nicht?

Am 8. und 9. Februar beleuchtet die erste Inklusionskonferenz die Situation in der Stadt

Stellten die Inklusionskonferenz vor (v.l.): Norbert Rüscher (städtischer Koordinator für Inklusionsaufgaben), Dr. Christine Aborgast (Sozialdezernentin), Heinz Kaiser (Ehrenvorsitzender Behindertenbeirat) und Olaf Gedrowitz (Vorsitzender Behindertenbeirat). Foto: Birgit Wiefel

Braunschweig. Zu den Behörden führt eine Rampe, immer mehr Bordsteine sind abgesenkt, Rippen im Fußweg signalisieren Sehbehinderten: Achtung hier kommt eine Straße – die Stadt hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, dass Menschen mit Einschränkungen am öffentlichen Leben teilnehmen können. Trotzdem ist Braunschweigs neue Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast überzeugt: „Das reicht noch nicht. Da geht noch mehr.“

Die Frage ist: Was genau? Wie kann der Alltag für Behinderte tatsächlich einfacher werden? Am 8. und 9. Februar findet dazu die erste gesamtstädtische Inklusions-Konferenz in der Stadthalle statt. Jeder ist eingeladen mitzumachen. „Wir rechnen mit bis zu 250 Besuchern“, schätzt Norbert Rüscher, Koordinator für Inklusionsaufgaben bei der Stadt.
Die Konferenz steht nicht im luftleeren Raum. Sie ist Teil des kommunalen Aktionsplans „Braunschweig Inklusiv“, der 2015 vom Rat beschlossen wurde und auf eine Initiative des Behindertenbeirats zurückgeht. Tatsächlich arbeiten seit 2012 Vertreter aus Politik, Wohlfahrtsverbänden, Wohnungsunternehmen und der Arbeitsvermittlung daran, die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. In den Schulen gehören inklusive Klassen schon zum Alltag, „jetzt wollen wir die ganze Bevölkerung mitnehmen“, sagt Heinz Kaiser, Ehrenvorsitzender des Behindertenbeirats, zum Ziel der Konferenz.

In sieben Workshop werden alle Lebensbereiche – von Wohnen über Arbeit bis zur politische Teilhabe – abgeklopft und nachgehakt: Kann jeder in Braunschweig so wohnen,}} wie er möchte? Erhält jeder in der Arbeitswelt die gleiche Anerkennung? Sind Sportvereine ausreichend offen für Menschen mit Behinderungen? „Die Betonung soll nicht allein darauf liegen, was fehlt. Oder welche Probleme, Inklusion eventuell mit sich bringt“, sagt Olaf Gedrowitz, Vorsitzender des Behindertenbeirats. Stattdessen werden neue Perspektiven eröffnet. Ein Beispiel: Mit dem Projekt „Rampe statt Treppe“ sollen Cafés und Geschäfte ihren Kunden künftig einen schwellenfreien Zugang anbieten können. Das Projekt unter Federführung von Lebenshilfe und TU stellt den Inhabern auf Wunsch eine kostenlose mobile Rampe zur Verfügung. „Inklusion ist kein Thema, an das wir irgendwann einen Haken machen. Sie ist ein laufender Prozess, der fortgeschrieben wird“, betont Dr. Christine Aborgast.

1. Braunschweiger Inklusionskonferenz am 8. Februar, 9.30 bis 16.30 Uhr, und am 9. Februar, 9.15 bis 14.15 Uhr im Congress-Saal der Stadthalle. Anmeldungen bis zum 18. Januar unter www.braunschweig.de/bik. Dort gibt es auch alle Informationen zur Konferenz.

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