„Inside fängt bei mir alles an“ | Neue Braunschweiger
9. September 2020
Sport

„Inside fängt bei mir alles an“

Basketball-Bundesliga: Der deutsch-amerikanische Löwen-Center Gavin Schilling im Interview

Seit voriger Woche schwitzt Gavin Schilling mit den Löwen-Basketballern im Mannschaftstraining. Foto: S. Hübner/imago

Braunschweig. Eigentlich ist Gavin Schilling um seine Aufgabe nicht zu beneiden: Als Center tritt er bei den Basketball Löwen in die großen Fußstapfen von Scott Eatherton.

Löwen-Trainer Pete Strobl hat indes großes Vertrauen in den 2,06-Meter-Mann, der zuletzt zwei Jahre in Ulm spielte. „Gavin ist bereit, seinen Durchbruch in unserer Liga zu schaffen“, ist Strobl überzeugt. Die NB sprach mit dem 24-jährigen Deutsch-Amerikaner.

Gavin Schilling, Sie sind neu in Braunschweig. Wie gefällt es Ihnen bisher?
Die Stadt gefällt mir viel besser, als ich es erwartet hatte. Es ist größer als Ulm, wo ich zuletzt war. Das ist für mich eine gute Situation hier.

Haben Sie mit Tommy Klepeisz, dem Ex-Löwen-Kapitän, mit dem Sie beim „Corona-Turnier“ in München zusammen für Ulm aufgelaufen sind, über Braunschweig gesprochen?
Er hat mir erzählt, dass es eine schöne Stadt ist und er in den drei Jahren hier eine tolle Zeit hatte. Jetzt sehe ich auch, warum er das gesagt hat. Er hat mir auch angeboten, dass ich mich immer an ihn wenden kann, wenn ich etwas wissen will. Tommy ist echt ein netter Junge.

Coach Strobl kannten Sie ja auch schon, er war Co-Trainer in Ulm. War er ein Grund für Sie, an die Oker zu wechseln?
Auf jeden Fall. Wir haben seit meinem ersten Jahr in Ulm, eigentlich schon seit dem Sommer davor, als ich bei ihm trainiert habe, eine gute Beziehung. Seitdem hatten wir immer auch mal wieder Kontakt. Er ist wie ein Kumpel zu mir.

Ihr Vorgänger Scott Eatherton war von der Spielanlage her ein klassischer Brettcenter. Sehen Sie sich auch als solcher?
Nein, und klassische Brettcenter gibt es zur Zeit ja auch eher weniger. Ich bin ein athletischer Spielertyp, der viel Energie bringen kann. Defensiv kann ich viel ausrichten, aber in diesem Jahr möchte ich auch verstärkt an meiner Offensive arbeiten.

Heißt das, dass Sie auch an Ihrem Wurf aus der Mittel- und Dreierdistanz feilen?
Ich will mich vor allem inside, also unter dem Korb einbringen. Da fängt bei mir alles an. Aber im Sommer habe ich auch an meinem Wurf von außen gearbeitet. Und den will ich auch nutzen und auch von außen gefährlich sein.

In Ulm kamen Sie in den meisten Partien als Bankspieler zum Einsatz. Wie sehen Sie Ihre Rolle im Löwen-Team?
Ich sehe mich in dieser Saison schon als Starter, deswegen bin ich auch nach Braunschweig gekommen. In dieser Hinsicht könnte die Situation hier ideal für mich sein.

Mit Karim Jallow haben Sie in Braunschweig einen jungen A-Nationalspieler an Ihrer Seite. Haben Sie in dieser Richtung auch Ambitionen?
Ich habe schon ein paar Gespräche mit Bundestrainer Henrik Rödl geführt. Es ist schon mein Ziel, für Deutschland zu spielen. Allerdings ist der deutsche Frontcourt natürlich auch richtig gut besetzt.

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