"Jacke wie Hose“: Jetzt offen für alle | Neue Braunschweiger
28. Juni 2019
Menschen

„Jacke wie Hose“: Jetzt offen für alle

DRK-Kleidercenter in der Petzvalstraße wurde 2016 zuerst für Geflüchtete eingerichtet

Von Beginn an dabei: Die Ehrenamtlichen (v.l.) Sigrun Rörig, Nermin Khalil und Birgit Bilke, die nun gebrauchte Kleidung für wenig Geld an jeden aushändigen Foto: Birgit Wiefel

Gliesmarode. Gedacht war es einmal als schnelle Hilfe für Geflüchtete, jetzt steht es für alle offen. Nach rund zweiwöchiger Schließung wurde das Kleidercenter „Jacke wie Hose“ in der Petzvalstraße 50b wiedereröffnet – als Sozialkaufhaus.

Neben Flüchtlingen und Besitzern des Braunschweig Passes können ab sofort auch Menschen, die Second-Hand-Mode schätzen oder trotz Einkommens aufs Geld schauen müssen, hier einkaufen. T-Shirts gibt es schon für zwei, eine Winterjacke für zwölf Euro.

Sozialdezernentin Dr. Christine Aborgast, Christian Blümel (DRK) und Rainer Junge (VHS) v.r.) stellten das Konzept vor

„Wir sind von einem ‘closed shop’ zu einem ‘open shop’ geworden“, bringt es Christian Blümel, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Braunschweig-Salzgitter auf den Punkt. Seit Frühjahr 2016 betreibt die DRK-Sprungbrett gGmbH zusammen mit der VHS-Tochter Arbeit und Leben das Kleidercenter in Gliesmarode. Etwa 50 bis 160 Kunden stehen täglich vor der Tür, die gespendete Kleidung kommt gleich säckeweise.

 

Bei „Jacke wie Hose“ gibt T-Shirts schon ab 2 Euro, eine Winterjacke für 12 Euro.

„‘Jacke wie Hose’ wurde auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle gegründet, als 4500 Menschen in der Landesaufnahmebehörde lebten und die DRK-Kaufbar unter 80 Tonnen gespendeter Kleidung fast zusammenbrach“, erinnert sich Christian Blümel an die hektischen Anfänge. Stadt, Jobcenter, DRK und VHS zogen schnell und geräuschlos an einem Strang und fanden eine Lösung. Jetzt nach drei Jahren soll das Konzept noch einmal angepasst werden.
„Viele Menschen mit niedrigem Einkommen fragten bei uns an, doch ohne Bescheinigung konnten wir ihnen nichts aushändigen“, erzählt Birgit Bilke. Die Rentnerin ist wie Sigrun Rörig und Nermin Khalil von Beginn an als Ehrenamtliche dabei und empfand die Momente, in denen sie nicht helfen durfte, sondern kontrollieren musste, als bedrückend.
„Jetzt verfolgt ‘Jacke wie Hose’ zwei Gedanken: Einen sozialen, denn es gibt gute Kleidung für wenig Geld. Und einen ökologischen: Getragene Kleidung landet nicht im Müll, sondern wird wiederverwertet“, freut sich Braunschweigs Sozialdezernentin Dr. Christine Aborgast.

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag und Donnerstag 10 bis 12 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr, mittwochs 14 bis 18 Uhr, freitags 10 bis 12 Uhr. Kleiderspenden können zu den Öffnungszeiten oder rund um die Uhr in den Containern vor dem Haus abgegeben werden

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