Jasperallee führte in die Sackgasse

Streit um Erhalt oder Neupflanzung der Allee hat Kerben geschlagen

Die BI Baumschutz kämpft für den Erhalt der Bäume.

Östliches Ringgebiet. Die Bäume auf der Jasperallee sind zum Politikum geworden. Wie es eigentlich dazu kommen konnte, Oberbürgermeister Ulrich Markurth weiß es nicht. Alle Anstrengungen der Stadt im Naturschutz sind im Vergleich dazu nichts. So scheint es ihm jedenfalls.

Dabei habe die Stadt in 15 Jahren niemals so viel Geld für Naturschutzbelange ausgegeben wie jetzt, sagt Markurth und nennt die Renaturierung von Wabe und Schunter als Beispiele. „Ich könnte es ja verstehen, wenn wir die Bäume in der Jasperallee einfach weghauen wollten, aber wir pflanzen doch neue.“

Markurth wohnt in der Ecke, ist selbst Anlieger. Irgendwann war auch ihm aufgefallen, dass die Allee in keinem guten Zustand ist. Etliche Ahorne sind krank und geschwächt, immer mehr Lücken taten sich auf. Warum pflanzt ihr nicht neu, habe er im Rathaus gefragt. Und die Fachleute hatten ihm gesagt, dass der Lückenschluss schwierig sei, weil die jungen Bäume sich schwertun und ebenfalls mäkeln.

Abgesichert durch Gutachten fiel schließlich die (Rats-)Entscheidung für eine tiefgreifende und teure Lösung: Nach und nach alle alten Bäume fällen, den Boden austauschen und Linden pflanzen. Die Bürgerinitiative Baumschutz wehrt sich erbittert gegen diese Pläne, fordert stattdessen, dass die Ahorne möglichst erhalten und falls erforderlich nachgepflanzt wird.
Etliche Demonstrationen und Dialogversuche später ist auf beiden Seiten Verbitterung spürbar. Für Markurth war mit der Satiresendung Extra 3 der Gipfel erreicht. Bis dahin eine seiner Lieblingssendungen. „Ich kann mit Satire umgehen und auch damit, dass jemand über mich lacht, aber Fakten absolut zu ignorieren und uns alle für dämlich zu erklären, das geht nicht“, sagt er.

^