Jeder kann ein Lebensretter sein

Aus Anlass des Weltblutspendetags: Chefarzt Dr. Henk Garritsen hält Vortrag in der AOK

Dr. Henk Garritsen, Chefarzt des Instituts für klinische Transfusionsmedizin Foto: Jörg Scheibe/Klinikum

Braunschweig. Ins Klinikum geht eigentlich niemand freiwillig. Hierhin kommt nur, wem es selbst gerade nicht gut geht oder wer andere besuchen möchte. Aber es gibt Ausnahmen: Bei Dr. Henk Garritsen und seinem Team ist Gesundheit sogar eine Grundvoraussetzung, um „behandelt“ zu werden. Garritsen ist Chefarzt des Instituts für klinische Transfusionsmedizin am Städtischen Klinikum Braunschweig.

Ohne Blut- und Plasmaspenden könnte vielen Menschen nicht geholfen werden. Wie wichtig es ist zu spenden, das möchte Dr. Henk Garritsen aus Anlass des Tages der Blutspende in den Mittelpunkt eines Vortrages stellen. Am Donnerstag (13. Juni) erläutert er ab 18 Uhr im AOK-Servicezentrum, Am Fallersleber Tore, wofür Blutspenden gebraucht werden, wie sie untersucht werden, klärt über gesundheitliche Risiken auf und darüber, wann es nicht möglich ist, Blut zu spenden. Wir sprachen vorab mit ihm.

„Jetzt, in diesem Augenblick, könnte auf der A 2 ein Unfall passieren“, sagt Dr. Henk Garritsen. Menschen werden verletzt, vielleicht schwer. Innerhalb kürzester Zeit werden in so einem Fall Blutkonserven gebraucht. „Deshalb ist eine gewisse Eigenversorgung so wichtig“, sagt Garritsen. Natürlich können Blutprodukte gekauft werden, sie werden auch gekauft, aber sie sind nicht Ewigkeiten haltbar. Im Notfall dauert es viel zu lange, sie aus Bremen oder anderswo anliefern zu lassen. Das ist der Grund, warum das Städtische Klinikum seine Eigenversorgung ausgebaut hat. Garritsen: „Wir brauchen eine gewisse Reserve.“ Gemessen am Zeitaufwand erhaltne die Spender eine Aufwandsentschädigung.

Plasmaspenden waren schon früher möglich. „Ungefähr ein Drittel der im Klinikum benötigten Trombozythen stellen wir selbst her“, sagt Garritsen. Sie sind erforderlich, um beispielsweise Tumor- oder Herzpatienten zu versorgen. Seit einem Jahr hat das Städtische Klinikum darüber hinaus alle Zulassungen, um Vollblutspenden nehmen und bearbeiten zu dürfen.
Wenn die Grippe umgeht, Deutschland Karneval feiert oder die Urlaubszeit beginnt, kommt es regelmäßig zu Engpässen. Der Chefarzt und sein Team wollen deshalb möglichst viele, gern auch jüngere Menschen für die Blutspende gewinnen. Die obere Altersgrenze liegt bei 60 Jahren. In der Regel dürfen Menschen, die Blut spenden möchten, keine Medikamente einnehmen – das aber wird mit fortschreitendem Alter immer unwahrscheinlicher.

Positiver Nebeneffekt für den Spender: Sein Blut wird untersucht. Auffällige Blutwerte würden sofort entdeckt. Viele Menschen spenden immer wieder. „Sie haben eine regelmäßige Kontrolle über ihre Gesundheit“, betont Garritsen.

^