Jetzt soll erst einmal ein Konzept her | Neue Braunschweiger
20. Februar 2020
Politik

Jetzt soll erst einmal ein Konzept her

Abgestorbene und kranke Bäume: Über Ersatzpflanzungen entscheidet der Rat im Einzelnen

Der Hagenmarkt nach dem Sturm Xavier: 17 Bäume wurden umgerissen. Für die Anrainer ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu handeln und den Platz wieder aufzuwerten. Fotos: Nizar Fahem

Braunschweigs Straßenbäume haben es schwer. Was Stürme wie Xavier nicht geschafft haben, hat die Dürre erledigt. Um die Schäden nach dem Hitzesommer 2018 auszugleichen, hat die Stadt jedoch keine zusätzlichen Haushaltsmittel eingeplant. Das wollten die Grünen mit einem Grundsatzbeschluss gestern im Rat revidieren – und sind gescheitert.

Eine Entscheidung gegen Bäume in der Stadt sei damit aber nicht gefallen. Mit dem Änderungsantrag ihrer Partei kündigte Heidemarie Mundlos (CDU) „ein Baumprojekt, wie es Braunschweig noch nicht gesehen hat“ an, das auch die volle Zustimmung der SPD fand. Danach soll die Stadt ein Baumkonzept erstellen und den Bedarf an Neupflanzungen und die Kosten ermitteln. Der Rat soll darüber entscheiden, wie viel Geld er in die Hand nehmen will, um nachzupflanzen. Ziel soll es sein, jährlich mindestens 600 Bäume zu ersetzen.
Der Vorschlag der Grünen ging deutlich weiter, danach sollte Ersatz in einer Art Automatismus „zeitnah und standardmäßig“ erfolgen, die benötigten Mittel in jedem Fall bereitgestellt werden.

AfD-Fraktionsvorsitzender Stefan Wirth sah keinen Bedarf für eine Regelung: „Ich hatte es für selbstverständlich gehalten, dass für Ersatz gesorgt wird.“ Und Dr. Dr. Wolfgang Büchs (BiBS) fragte: „Wofür brauchen wir ein Konzept?“

Aktuell fehlen nach Angaben der Stadtverwaltung mehr als 1100 Bäume. Trotzdem hatte die Verwaltung sich gegen einen Grundsatzbeschluss ausgesprochen, da damit eine zu große Festlegung verbunden sei und das Grünflächenamt im Rahmen seines Budgets dann seinen anderen Aufgaben nicht gerecht werden könne.

Nicht als Ersatz, aber als Ergänzung zum Baumkonzept stimmte der Rat geschlossen für das Spendenprogramm „Mein Baum für Braunschweig“. Erster Stadtrat Christian Geiger, zuständig für Braunschweigs Grünflächen, berichtete, dass immer wieder Bürger angefragt hätten, um sich nach Möglichkeiten für Baumspenden zu erkundigen. Der Rat hatte daraufhin der Verwaltung den Auftrag gegeben, eine Spendenrichtlinie zu entwickeln.

Einen Baum zu spenden, das soll jetzt ganz einfach werden. Im Internet können Bürger künftig mögliche Standorte einsehen und auch schauen, welche Baumart an der gewünschten Stelle vorgesehen ist. Einen Straßenbaum gibt es ab 250 Euro Anschaffungskosten. Der maximale Spendenbetrag liegt bei 1800 Euro je Baum und deckt darüber hinaus alle anfallenden Materialkosten sowie Pflanzung und Pflege ab. Auch Ereignisbäume zu Geburten, Hochzeiten oder Geburtstagen können auf dieser Grundlage in Absprache Mit dem Fachbereich Stadtgrün gespendet werden. Um Pflanzung und Pflege kümmert sich die Stadt. Bis es die Internetseite gibt, können sich Interessierte schon jetzt per Mail melden (E-Mail: fachbereich.stadtgruenundsportbraunschweig.de).
Auch ganz kleine Spenden werden angenommen. Mit ihnen wird ein Klimawald angelegt.

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