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„Kämpfen uns wieder aus dem Tal heraus“

Fußball: Eintracht-Präsident Sebastian Ebel im NB-Interview über die Zukunft des Traditionsvereins - Teil 1

Eintracht-Präsident Sebastian Ebel. Foto: Susanne Hübner

Braunschweig. Für Eintracht-Präsident Sebastian Ebel waren die zurückliegenden zwölf Monate eine harte Zeit. Die Abwärtsspirale drehte sich auch nach dem ohnehin schon katastrophalen Saisonende inklusive Zweitliga-Abstieg unaufhörlich weiter.

Viele Personalentscheidungen fruchteten nicht und führten zum Daueraufenthalt im Tabellenkeller, sodass der Unternehmer schließlich die Konsequenzen zog und seinen Rückzug im kommenden Jahr ankündigte.
In einem zweiteiligen NB-Interview spricht Ebel mit Elmar von Cramon über seine Sicht auf das abgelaufene Kalenderjahr.

Herr Ebel, ein für Sie sicherlich schweres Jahr neigt sich dem Ende zu. Wie haben sie 2018 erlebt?

Für Eintracht war 2018 ein „Seuchenjahr“. Abstieg in die 3. Liga und dort der letzte Tabellenplatz zum Jahresende. Das Ganze ist bitter, aber: Aufgeben gibt es bei der Eintracht nicht! Wir halten zusammen und kämpfen uns wieder aus dem Tal heraus. Speziell nach den letzten Ereignissen und den getroffenen Entscheidungen bin ich vorsichtig optimistisch für 2019.

Waren Sie in den vergangenen zwölf Monaten von einzelnen Spielern oder anderen handelnden Personen persönlich enttäuscht?

Natürlich gibt es Enttäuschungen und Verletzungen. Aber die gehören nicht in die Öffentlichkeit. Geholfen haben mir persönlich die Menschen, die gerade in dieser schwierigen Zeit mich und die Eintracht uneigennützig und freundschaftlich unterstützt haben. In einer solchen Situation erkennt man echte Freunde.

Sie selbst mussten, genauso wie Ihre Präsidiums- und Aufsichtsratskollegen, im Vorfeld der zurückliegenden Jahreshauptversammlung viel Kritik einstecken. Was hat Sie bewogen, trotz Ihrer Entlastung Ihren Rückzug spätestens zur nächsten Jahreshauptversammlung anzukündigen?

In einer solchen Situation muss ich die Verantwortung dafür übernehmen. Natürlich habe ich weder den Kader zusammengestellt noch die Mannschaft trainiert. Wahrscheinlich gab es aber Zeitpunkte, wo andere Entscheidungen vielleicht richtiger gewesen wären. Hinterher weiß man das, aber kaum einer hätte zum Ende der letzten Saison mit einer derartigen Abwärtsspirale gerechnet.

Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten ein, alsbald einen Nachfolger zu finden?

Ich wünsche mir sehr, dass eine anerkannte, unabhängige, integrierende Persönlichkeit bereit ist, die Verantwortung für unseren Traditionsverein zu übernehmen. Ich freue mich, wenn das zügig passiert. Anfang Januar werde ich dem Vereinsvorstand vorschlagen, eine Findungskommission einzusetzen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn eine Persönlichkeit, die das Vertrauen der Fans besitzt, Teil dieser Kommission wäre. Entstandene Gräben sollten wir alle versuchen zuzuschütten.

Die Fanszene präsentiert sich aufgrund der Negativserie immer wieder gespalten. Was muss passieren, damit wieder alle an einem Strang ziehen?

Das liegt an uns allen. Der Neubeginn auf vielen Ebenen kann dabei helfen. Für mich möchte ich festhalten, dass eigentlich alle Gespräche mit Fanvertretern in einer fairen Atmosphäre stattfanden. Das ist in einer solchen Situation nicht selbstverständlich und dafür bin ich dankbar.

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