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„Kasperletheater“ für Erwachsene blickt auf besondere Biografien

Theater Grand Guignol eröffnet im Lindenhof

Das Team (Regisseure und Schauspieler) des Theater Grand Guignol. Foto: Stefanie Druschke

Östliches Ringgebiet.  Die Kulturlandschaft der Löwenstadt wird noch vielfältiger: Das Theater Grand Guignol steht in den Startlöchern, am 10. Mai wird es eröffnet. Dann feiert das erste Stück „Ein Leben lang kurze Hosen tragen“ im Theatersaal des Lindenhofs (Humboldtstraße) Premiere.

Eine neue Form des Theaters werde es sein, in der es nicht um Politik, Boulevard und Tagesaktualität gehe, erklären Katharina Binder und Simon Paul Schneider. „Wir möchten wieder Geschichten erzählen, wie wir es als unsere Aufgabe des Theatermachens verstehen“, so die beiden Autoren und Regisseure, die sich von ihrer gemeinsamen Zeit am Staatstheater Braunschweig her kennen und seit drei Jahren zusammen arbeiten.
Die Theaterszene bereichern, neue Impulse setzen und den Lindenhof unter der Schirmherrschaft von Eleonore Eiswirt wieder neu beleben – mit dieser Intention nimmt das motivierte Team seine Arbeit auf.

Der Name des Theaters ist Programm: Grand Guignol – der große Kasper. Dezent angelehnt an das berühmt-berüchtigte gleichnamige Pariser Theater, das in einer alten umgebauten Kapelle mit seinem Wechsel aus Komödien, Kriminal- und Schauerstücken und mit Sex, Gewalt und Horror schockierte, provozierte, aber auch faszinierte.
„Wir wollen im kindlichen Vergnügen an den Grobheiten der Kasperlebühne Theater für Erwachsene machen“, sagen Katharina Binder und Simon Paul Schneider. Sie wollen innerhalb eines Jahres vier Stück auf die Bühne bringen, auch das zweite Stück ist bereits fertig: „Die obere Koje“ wird ab dem 14. Juni gespielt. Für das nächste Jahr sind – wenn alles gut anläuft – „Insektensterben“ und „Rattenkinder“ geplant.

Was Gewalt anrichtet

Das Thema Gewalt ist die Klammer, die alle Stücke verbindet. Jedes einzelne wird unterschiedliche Biografien real existierender Personen beleuchten, denen Gewalt widerfahren ist und die selber Gewalt an sich oder anderen verübt haben.

Unvoreingenommener Blick

„Wichtig ist uns dabei der unvoreingenommene Blick auf die Figuren. Wir erzählen die Biografien und die Entwicklung der Protagonisten so, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild machen kann, wie jemand zu dem geworden ist, was er ist oder war“, erläutert Binder. Die Geschichten beginnen in der Kindheit, die wahre Identität der Hauptfigur bleibt dabei verschleiert, alle realen Figuren werden durch die Schauspieler als typische Charaktere des Kasperletheaters verkörpert: Kasper, Prinzessin, Krokodil. Beim Schreiben der Stücke sind viele Originalzitate aus Biografien, Briefen und Gerichtsverhandlungen in die Stücke eingeflossen.

Von „Ein Leben lang kurze Hosen tragen“ sind neun Vorstellungen geplant. Es spielen: Luis Lüps (Kasper) Annegret Taube (Prinzessin) Nina El Karsheh (Mutter) und Nikolaij Janocha (Vater). Ruby Hempel macht die Kostüme, die Autoren Binder und Schneider führen Regie, sind für das Bühnenbild verantwortlich.
Der Theatersaal im Lindenhof soll in vollem Umfang wieder zum Leben erweckt werden: Damit die Zuschauer noch im Lindenhof verweilen, die Stücke diskutieren und sich bei einem Getränk austauschen, spielen nach den Aufführungen lokale Bands.

Angebot für Schulklassen

Geeignet sind die Stücke nach Aussage der Autoren für Zuschauer ab 16 Jahren. Für Schulklassen bietet das Grand Guignol die Möglichkeit, den Theaterbesuch mit den Theaterpädagogen Jasmin Habel und Matthias Müller vor- und nachzubereiten. Interessierte Lehrer können dafür per Mail unter theaterpaedagogik@grand-guignol.de Kontakt aufnehmen. Weitere Infos zum Theater gibt es unter www.grand-guignol.net

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