Kaum geschlüpft schon unterwegs

Kükenbesuchszeit bis zum 28. April: täglich von 9 bis 17 Uhr, mittwochs sogar bis 19 Uhr

Osterküken. Foto: Marion Korth

Nordstadt. Kein Osterfest ohne Osterküken im Staatlichen Naturhistorischen Museum. Jedes Jahr wieder, aber das Staunen wird nicht geringer. Auch jetzt stehen Erwachsene und Kinder gebannt und fast ein bisschen andächtig um die gläserne Voliere herum und schauen den kleinen Küken zu.
Die lassen sich von so viel Aufmerksamkeit nicht stören, erkunden ihre neue Umgebung, picken hier und da herum. Selbst das Kameraobjektiv wird neugierig beäugt. Noch bis zum 28. April können die Küken im Museum an der Pockelsstraße besucht werden. In diesem Jahr handelt es sich um ganz besondere Tiere mit Seltenheitswert..

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Frithjof Leopold ist in diesem Jahr der Kükenpapa. „Das erste Küken, das geschlüpft ist, war ganz vernarrt in meine Hand“, erzählt er. Anders aber als Enten oder Gänse schließen sie sich den Menschen nicht so eng an und brauchen auch niemanden, der ihnen zeigt, was sie fressen können. Kaum haben die Küken sich aus der Eischale gekämpft und ist ihr Daunenkleid getrocknet, erkunden sie selbst ihre Umgebung. Dem ersten Küken hat Frithjof noch ein bisschen Nachhilfe gegeben, die anderen schauten sich dann einfach ab, wo es Futter und Wasser gibt.

In diesem Jahr sind im Museum Eier von fünf verschiedenen Hühnerrassen ausgebrütet worden. „So viele hatten wir noch nie“, sagt Museumsdirektor Dr. Ulrich Joger. „Es gibt auch Haustierrassen, die vom Aussterben bedroht sind“, sagt er. So gelten die „Mechelner“ als stark bedroht, von ihnen leben nur noch 500 Tiere. Ebenso sind die „Sundheimer“ und „Ostfriesische Möwen“ (auch eine Hühnerrasse) selten geworden. Moderne Hühnerrassen legen viel mehr Eier oder werden schneller groß und fett. Die Hühner im Museum sind dagegen Zweinutzungsrassen, die Eier legen und Fleisch ansetzen, aber nicht in Rekorddimensionen.

Wer in diesen Tagen die Küken besucht, lernt etwas über Hühnerrassen, ihre wilden Verwandten und über die Entwicklung vom Ei zum Küken. Eine Frage werde immer wieder gestellt: Wohin kommen die Küken nach Ostern? „Zurück zu ihren Züchtern“, sagt Frithjof Leopold. Die meisten jedenfalls. Für die anderen hat er einen Platz auf einem integrativ bewirtschafteten Biohof in Isenbüttel gefunden.
Eintritt: Erwachsene 6 Euro, Kinder (6 bis 17 Jahre) 2 Euro.

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