Keine Angst vor heißen Eisen | Neue Braunschweiger
21. Februar 2020
Buntes

Keine Angst vor heißen Eisen

Der 42. Karnevalsumzug am Sonntag ist politischer geworden – Überraschung der MKG

Gerhard Baller. Foto: BZV-Archiv

Innenstadt. Die Wetteraussichten sind zwar eher bescheiden, aber Zugmarschall Gerhard Baller gibt sich im Vorfeld optimistisch: Zwischen 180 000 und 250 000 Besucher, schätzt er, werden wohl auch in diesem Jahr wieder zum Braunschweiger Karnevalsumzug kommen – zusätzlich zu den fast 5000 Aktiven, die den Schoduvel mit Leben füllen.

Das diesjährige Motto „Braunschweig – weltoffen und international, so ist auch unser Karneval“ ist nicht zufällig gewählt. „Wir sind stolz auf die bunte Vielfalt im Karneval und wollen zeigen: Braunschweig ist tolerant“, betont Baller. Gleich zwei Partnerstädte sind beim Umzug dabei: Bandung und Sousse. Die indonesische Delegation aus Bandung feiern in diesem Jahr den 60-jährigen Austausch, die Tunesier aus Sousse den 40-jährigen. „Der Schoduvel ist in diesem Jahr auch politischer geworden“, sagt Gerhard Baller mit Blick auf die etwa 145 Motivwagen. Die Lage der Landwirte, Waffenexporte, der Klimawandel, Donald Trump – der 42. Karnevalsumzug scheut sich nicht, heiße Eisen anzufassen. Ein heißes Eisen dürfte auch die Lage der Eintracht sein: „Der Wagen ‘Adieu dritte Liga’ spricht die von der ganzen Region geteilte Hoffnung an, endlich die dritte Liga verlassen zu können – aber in die richtige Richtung“, schmunzelt der 69-jährige Baller, der als Geschäftsführer des Komitees Braunschweiger Karneval für die Gesamtkoordination des Zugs verantwortlich ist.

Trotz der ernsten Töne: Gefeiert werden soll und darf auf jeden Fall und die Mascheroder Karneval-Gesellschaft wird anlässlich ihres 55. Bestehens außer einer großen Geburtstagstorte für eine ganz besondere Überraschung sorgen. Welche das ist, verrät Gerhard Baller allerdings noch nicht…

Auch interessant