Kessel: „Komische Zeit für uns alle“ | Neue Braunschweiger
1. April 2020
Sport

Kessel: „Komische Zeit für uns alle“

Eintrachts Vizekapitän verbringt Zeit mit seiner Familie und hält sich individuell fit

100 Prozent Eintracht: Benjamin Kessel.

Braunschweig. Abwarten lautet aktuell das Motto für Benjamin Kessel, der sich wie die anderen Eintracht-Profis in Kurzarbeit befindet und individuell fit halten muss. Die Pause dauert für den Vizekapitän jedoch schon einige Tage länger, nachdem er beim letzten Heimspiel gegen den KFC Uerdingen eine sehr schwere Gesichtsverletzung erlitten hatte.
„Es ist alles gut verheilt, man sieht kaum noch etwas. Es hätte schlimmer kommen können“, berichtet der Abwehrspieler, der nach einem Tritt des Uerdingers Roberto Rodriguez eine Gehirnerschütterung und einen Bruch der Augenhöhle erlitten hatte. „Mir war gleich klar, dass etwas kaputt ist, und auch dass ich eine Gehirnerschütterung habe, weil mir noch auf dem Platz schlecht geworden ist“, erinnert sich Kessel, der nun wieder trainieren kann, wenn auch individuell.

„Ich gehe jeden Morgen joggen, darüber freut sich auch unser Hund“, so der 32-Jährige, der außerdem Stabilisationsübungen absolviert und den Alltag ansonsten mit seiner Frau Sarah und seinem kleinen Sohn David verbringt. „Das Mannschaftstraining fehlt einem schon, allerdings hoffe ich bei besserem Wetter darauf mit unserem Kleinen ein paar Passübungen im Garten zu absolvieren“, schmunzelt der stolze Vater und hebt die positiven Seiten der unfreiwillige Auszeit hervor: „So oft sieht man seine Familie als Profi nicht, deshalb genieße ich diese intensive Zeit natürlich auch.“

Die Trainingseinheiten und Spiele mit seinen Teamkollegen vermisst er dennoch und probiert, mit ihnen über verschiedene Kanäle in Kontakt zu bleiben, genauso wie mit seiner Familie und den Verwandten seiner Frau: „Bei ihr sind glücklicherweise alle gesund, meinen Eltern und Großeltern habe ich gesagt, dass vorerst nichts daraus wird sich in großer Familienrunde zu treffen. Das können wir erst wieder machen, wenn es nicht mehr so gefährlich ist.“

Bis dahin ist Geduld gefragt. „Es ist ungewohnt und eine komische Zeit für uns alle. Das wichtigste ist natürlich, dass alle gesund bleiben, auch wenn aktuell ungewiss ist, wann es weitergeht“, beschreibt der Rechtsverteidiger seine Gefühlslage, in der für alle im Profifußball unklaren Situation: „So einen krassen Schnitt hat schließlich noch niemand mitgemacht, allerdings sind auch wir machtlos und hoffen, dass der Tag X bald kommt. Im Moment ist die Gesundheit aber wichtiger als Fußball.“

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