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„Kinder freuen sich auf die Schule“

Ranzenpacken, Schulweg üben: Die Psychologen der Landesschulbehörde geben Tipps

Markus Borck leitet die Abteilung Schulpsychologie, Kollegin Silvana Malerba-Buchholz ist aktuell für die Schulen in Salzgitter zuständig. Foto: Birgit Wiefel

Im Büro von Markus Borck stehen die Umzugskartons. Der Leiter der Abteilung Schulpsychologie sitzt quasi auf gepackten Koffern: Im August räumt die niedersächsische Landesschulbehörde ihre Büros am Bohlweg. Borck und sein Team wechseln dann auf das Gelände der ehemaligen Polizeikaserne am Altewiekring. Vorübergehend. Langfristig plant Hannover, die Behörde im ehemaligen Kreiswehrersatzamt unterzubringen.

Die Arbeit läuft trotzdem weiter. Braunschweig ist für sämtliche Schulen der Region und auch für deren Eltern und Schüler Ansprechpartner. Die Grenzen reichen vom Landkreis Gifhorn im Norden bis nach Göttingen und Northeim im Süden.

Für jeden Landkreis einen Psychologen, 2,5 Stellen für Braunschweig. „Jetzt ist es etwas ruhiger, aber das ändert sich in ein paar Wochen“, sagt Borck über das Arbeitspensum und die knapp bemessene Stellensituation.
Zum Einsatz kommen die Psychologen immer dann, wenn es darum geht, zwischen Schule und Eltern, zwischen Lehrern und Schülern oder auch zwischen Schülern und Schülern zu vermitteln – beziehungsweise Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen.

Vor dem Start ins neue Schuljahr haben sie noch einige gute Tipps, wie Stress und Hektik, gerade für Eltern mit Schulanfängern, gar nicht erst entstehen.

Alles neu am ersten Tag

„In Familien mit Abc-Schützen ändert sich jetzt Einiges“, weiß Silvana Malerba-Buchholz. Die Schulpsychologin ist für 34 Schulen in Salzgitter zuständig und kennt sich aus. „Alles ist neu: Die Tagesstruktur, die Wege, die Organisation der Betreuung.“ Das könne in den ersten Wochen manchmal zu Spannungen führen, „muss es aber nicht“, beruhigt die Expertin.

Wichtig sei, sich schon jetzt Gedanken darüber zu machen, was werden soll, und Abläufe zu üben, damit sie später Routine werden. Zum Beispiel: Wann wird aufgestanden, wann zu Bett gegangen? „Schulanfänger brauchen genug Schlaf und sollten auch ausreichend und in Ruhe essen“, gibt Malerba-Buchholz zu bedenken.
Hektik am Morgen? Bitte nicht! „Packen Sie den Schulranzen zusammen mit Ihrem Kind lieber abends, und legen Sie dann auch schon einmal die Kleidung zurecht.“ Auch über die Schularbeiten, und wann sie gemacht werden – nämlich vor oder nach dem Spielen, sollte Eltern kurz nachdenken.

Terminstress? Bloß nicht!

Dass ausreichend Zeit zum Spielen da sein muss, steht für die Psychologin außer Frage. „Schütten Sie Ihr Kind bloß nicht mit Terminen zu. Es braucht Freiräume“, lautet ihr dringender Rat. Schon vorher Lesen oder Rechnen zu üben, mache keinen Sinn, „das ist Aufgabe der Schule.“

Besser, so die Psychologen, sei es, die Selbstständigkeit zu fördern und spielerisch Regeln zu üben. „Nehmen Sie einfach mal wieder ’Mensch ärger dich nicht aus dem Schrank“. Da kann Ihr Kind wunderbar üben, zu warten, bis es an der Reihe ist, und lernt – wenn es verliert – auch, mit Fehlschlägen umzugehen“, bringt Malerba-Buchholz ein Beispiel.

Früher oder später wird sich der Nachwuchs auch mal selbst versorgen oder den Weg zu Oma und Opa, die es möglicherweise tagsüber betreuen, alleine finden müssen. „Dies einzuüben, ist viel wichtiger, als jetzt schon die ersten Wörter lesen zu können“, sagt Markus Borck und gibt zum Schluss den wichtigsten Tipp von allen: Gelassen bleiben! „Kinder freuen sich auf die Schule, freuen Sie sich doch einfach mit ihnen.“

Service

Die Regionalabteilung Braunschweig der niedersächsischen Landesschulbehörde ist für die Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie für die Landkreise Gifhorn, Helmstedt, Peine, Wolfenbüttel, Goslar, Göttingen und Nordheim zuständig. Informationen zum Beratungsangebot gibt es im Internet unter www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de .

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