„Kinder sind überhaupt die tollste Zielgruppe“

Mit vielen Fragen um die Welt: KiKa-Held Tobi Krell im Interview zu seinem Film „Checker Tobi und das Geheimnis des Planeten“

Neo Göttner ist ein großer Fan von Checker Tobi. Das Interview im C1 führte er gemeinsam mit seinem Vater Christian Göttner. Foto: Christian Göttner

Braunschweig. Sonntagnachmittag: Im vollbesetzten Kinosaal 6 im C1 Cinema läuft die Vorpremiere von „Checker Tobi und das Geheimnis des Planeten“. Die Kinder und Eltern sind von dieser ganz besonderen Schnitzeljagd um die Erde, die unter anderem zum Pazifik, in die Antarktis und nach Indien führt, begeistert.

Die Braunschweiger Regieassistentin Esra Bonkowski und KiKa-Held Checker Tobi stellten den Film live vor, anschließend erfüllte der TV-Reporter, der im Jahr 2017 für den renommierten Grimme-Preis nominiert wurde, noch viele Autogramm- und Fotowünsche. Der 32-Jährige, der bereits 111 „Checker Tobi“-Folgen gedreht hat, beantwortet auch in seinem ersten Kinofilm stellvertretend für Kinder auf authentische, naiv-sympathische Weise viele Fragen. Aber damit nicht genug, anschließend ging der Fragenmarathon gleich weiter – im Interview mit der NB.

Tobi, warst du als Kind genauso neugierig wie heute als Erwachsener?

Definitiv. Wenn die Neugierde nicht so tief in mir drinstecken würde, die Welt zu erforschen, wäre ich wohl nie Checker geworden. Das gehört auf jeden Fall dazu.

Welche Fernsehserien und Kinofilme hast Du als Kind gerne geguckt?

Das war vor allem die ZDF-Kinderwissensserie „Löwenzahn“ mit Peter Lustig. Die fand ich fantastisch. Ich kann noch heute manche Sendungen auswendig. Ansonsten haben mir die Pippi-Langstrumpf-Filme gefallen. Die gucke ich auch heute noch immer gerne.

Welche Abenteuergeschichten hast du früher gelesen?

Ich habe als Kind sehr viel gelesen, vor allem Bücher, die ein bisschen im Hier und Jetzt spielen. Echte Geschichten eben. Besonders gerne mochte ich den Autor Jo Pestum, der Bücher wie „Das Monster im Moor“ geschrieben hat.

Wer waren deine Lieblingshelden?

Ich habe ganz früh angefangen zu turnen und fand deshalb die Profiturner – und als Fußballfan – auch die Fußballprofis toll.

Wie lange habt ihr am „Geheimnis des Planeten“ gearbeitet?

Wir haben 40 Drehtage gehabt und waren dafür drei Monate lang auf Reisen. Den Film zu machen, hat dreieinhalb Jahre gedauert.

Wie anstrengend waren die Dreharbeiten?

Sehr anstrengend. Auch wenn alles etwas nach Urlaub aussah (lacht). Es gab lange Drehtage, keine Pausen und oft war jemand aus unserem siebenköpfigen Team krank, weil die Lebensumstände in den erkundeten Ländern ganz anders waren. Wie sind beispielsweise vierzig Stunden nach Tanna, das ist ein Teil des Inselstaats Vanuatu im Pazifik, östlich von Australien geflogen, um dort einen halben Tag zu drehen. Es war trotzdem ein Geschenk, das Ganze dort erleben zu können – und das Arbeit nennen zu dürfen.
Was waren die größten Herausforderungen und gefährlichsten Situationen, die du während deiner Reise erlebt hast?
Ganz klar das Tauchen. Ich hatte Angst, dass es schmerzhaft werden würde. Ich habe mich unter Wasser im Meer vor Tasmanien auch nicht immer wohlgefühlt. Dass über mir zwanzig Meter Wassersäule waren, hat mich ziemlich verunsichert.

Wie hast du die Menschen erlebt, die du getroffen hast?

Wenn ich alles betrachte, was ich erlebt habe, dann sind tatsächlich die Begegnungen mit den Menschen das Highlight gewesen. Egal, wo wir auf der Welt waren, wurden wir überall herzlich empfangen und aufgenommen. Das war toll. Besonders die Kinder in den Slums von Mumbai haben sich gefreut, dass sich jemand für sie interessiert, Fragen stellt, wissen will, wie es ihnen geht. Kinder sind sowieso sehr unvoreingenommen. In Indien habe ich das noch stärker erlebt.

Was hat dich als am meisten beeindruckt?

Auf der Reise habe ich gelernt, dass man keine Berührungsängste mit anderen Menschen haben muss – auch wenn diese eine andere Sprache sprechen. Niemand kann wahrscheinlich Vanuatisch, aber die Leute, mit denen wir in Vanuata gesprochen haben, haben uns trotzdem verstanden. Obwohl wie uns mit Händen und Füßen verständigt haben. Diese Scheu abzulegen und auf andere Menschen zuzugehen, auch wenn sie völlig anders sind und leben, habe ich gelernt.

Hat dich der Film persönlich verändert?

Ja, die vielen Begegnungen und Eindrücke haben schon etwas mit mir gemacht. Mein Blick auf die Welt ist ein anderer geworden. Seit ich Checker bin, bin ich in vielen Belangen gewachsen.

Wolltet ihr mit dem Film einen Gegenpol zu den grellen, überdrehten Disney-Produktionen setzen?

Das ist kein Ziel gewesen. Ich finde schon, dass es beispielsweise Pixar auf meisterhafte Art und Weise schafft, Kinder und Erwachsene gleichermaßen zu unterhalten. Wir kommen von einer Kinderserie, die Wissen mit Unterhaltung vermittelt und wollten das auch im Kinofilm transportieren – auch mal mit ruhigen Bildern. Disney und Checker Tobi – für mich ist beides wichtig.

Wie lange wirst du noch als Checker Tobi im Einsatz sein?

Ich habe kein Enddatum, und die Serie geht noch zwei Jahre weiter. Mir macht es jedenfalls weiterhin riesigen Spaß und ich würde gerne weitermachen. Kinder sind überhaupt die tollste Zielgruppe. Damit lernt man, die Welt mit einem kindlichen Blick zu sehen. Wichtig ist immer, dass es sich echt anfühlt. Für mich und den Zuschauer. Das ist schon ein Traumjob. Und wenn „Das Geheimnis des Planeten“ ein Erfolg wird, dann wird es wohl auch eine Fortsetzung geben.

Der Film „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ wird übrigens ab dem 31. Januar regulär im Kino zu sehen sein.

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