Kino 4.0: Chillen in Leder und Häppchen am Platz

Das Kino 8 ist der fünfte Saal im C1, der saniert wurde – Ab Oktober startet das komplette Haus mit neuem Service

Perfekte Technik, Lautsprecher an Decke und Wänden, schicke Ledersessel: Das C1 will neue Maßstäbe setzten Foto: Wiefel

 

Antipasti aus der eigenen Küche: C1-Theaterleiter Frank Oppermann zeigt einige der kalten Snacks, die am Platz serviert werden. Foto: Wiefel

Innenstadt. Wenn die Bässe voll aufdrehen, vibriert der Sitz. „3D für die Ohren“ nickt Hans-Joachim Flebbe. Der Inhaber des C1 Cinema präsentierte in dieser Woche stolz das neue Kino 8.

Wie die vier anderen Premiumsäle wurde in den vergangenen Monaten auch das größte Kino von Grund auf renoviert. Mit einem Unterschied: In Saal 8 wurde das Neueste an Bild- und Tontechnik aufgefahren, was die Branche derzeit zu bieten hat. Seit Donnerstag können Besucher selber testen, wie sich „Kino 4.0“ anfühlt.

Perfekter Raumklang

Das Zauberwort heißt „Dolby Atmo“: Der Ton wandert dabei praktisch um den Zuschauer herum. Was der erst auf den zweiten Blick sieht – überall im Saal sind Lautsprecher verbaut: vorne, hinten, rechts, links und auch oben an der Decke. Sie erzeugen zusammen mit einem gestochen scharfen Bild einen Raumklang, der so perfekt ist, dass ein Film wie „Bohemian Rhapsody“ die Illusion erzeugt, tatsächlich in einem Konzert zu sitzen.

Für Inhaber Hans-Joachim Flebbe (l.) ist die Sanierung alternativlos. Die Volksbank BraWo (hier vertreten durch Dennis Busch) unterstützte die Maßnahmen. Foto: Stephanie Link

Das C1 hat dafür tief in die Tasche gegriffen: 1,5 Millionen Euro habe der Ausbau gekostet, rechnet Hans-Joachim Flebbe vor. Insgesamt wird die Komplettrenovierung des C1 an der Langen Straße bis zu acht Millionen Euro kosten. „Wenn alles nach Plan läuft, sind wir am 10. Oktober mit den restlichen Sälen und dem Foyer fertig.“

Keine Alternative

Aus Sicht von Flebbe gab es für die Sanierung keine Alternative. Allein im vergangenen Jahr seien die Zuschauerzahlen um 14 Prozent zurückgegangen, den Grund dafür sieht der Inhaber in einem geänderten Konsumverhalten.
„Filme werden heute auf Netflix oder Amazon gestreamt. Dafür geht man nicht mehr ins Kino“, weiß Flebbe.
Für die Betreiber gäbe es nur zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren: „Entweder mit Dumping-Angeboten oder mit Luxus. Wir haben uns für Letzteres entschieden.“

Spätestens am 10. Oktober steht den Zuschauern dann in allen Sälen der komplette Service zur Verfügung: verstellbare Ledersessel, mehr Beinfreiheit und kalte Häppchen, serviert am Platz.
Ein teures Vergnügen? „Nein“, verspricht Theaterleiter Frank Oppermann. „Die Preise bewegen sich zwischen 11 und 13 Euro.“

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