Kirche will Rettungsschiff senden | Neue Braunschweiger
13. September 2019
Aktiv

Kirche will Rettungsschiff senden

„Kirche trifft Seebrücke“ heißt eine vierwöchige Aktion für die Seenotrettung – Heute Demo

Aktion "Kirche trifft Seebrücke": Rettungswesten an Braunschweiger Kirchen, Start der Aktion soll am 14. September sein. Am Dienstag findet an der Magnikirche die PK dazu statt, unter anderem mit Magni-Pastor Henning Böger und Dompredigerin Cornelia Götz.Foto: Peter Sierigk

Für Dompredigerin Cornelia Götz gibt es keinen Zweifel: Kirche muss und wird Farbe bekennen. Mit orangen Rettungswesten an den Kirchen wird ein sichtbares Zeichen gegen das Sterben im Mittelmeer gesetzt.

Rund 20 evangelische Kirchengemeinden beteiligen sich bis zum 14. Oktober an den Aktionswochen, die das Elend der Flüchtlinge in den Mittelpunkt der Gesellschaft tragen wollen. Dompredigerin Cornelia Götz eröffnet an diesem Samstag um 12 Uhr während des Mittagsgebets im Dom.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, kündigte an, die EKD werde in einem breiten gesellschaftlichen Bündnis ein zusätzliches Schiff zur Rettung von Ertrinkenden ins Mittelmeer senden: „Wir wollen ein Schiff schicken. Der Rat der EKD hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, einen Verein zu gründen, in dem Kirchen, Institutionen und Engagierte gemeinsam schnellstmöglich ein weiteres Schiff in den Rettungseinsatz bringen wollen. Kirche und Diakonie tragen im Rahmen ihrer entwicklungspolitischen und humanitären Aktivitäten seit Jahrzehnten dazu bei, dass jeden Tag Menschen in Not gerettet werden. Solange schutzsuchende Menschen im Mittelmeer ertrinken und staatliches Handeln versagt, werden wir die zivile Seenotrettung nach Kräften unterstützen.“
Die ersten Programmpunkte: Samstag, 14. September, 12 Uhr, Dom: Eröffnung „Kirche trifft Seebrücke“, ab 13 Uhr Demo mit Rettungsboot. Montag, 16. September, 19 Uhr, St. Katharinen: „Nicht wegschauen, sondern helfen!“ Vortrag Daniel Hempel vom Verein Sea Eye und Bündnis „Seebrücke Braunschweig“.
„Wir stellen uns auf kontroverse Diskussionen ein“, sagt Götz, „um Tabuthemen herumzupaddeln, tut uns nicht gut, wir müssen im besten Sinne miteinander streiten.“
Die Initiative Seebrücke setzt sich seit 2018 international gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung von Geflüchteten ein. Auch Braunschweig ist laut Ratsbeschluss vom Dezember ein „Sicherer Hafen“ für Menschen in Not.

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