Kitas: Erzieher streiken

Verdi verlangt neue Eingruppierung.

Von Birgit Leute, 18.03.2015. Braunschweig. In rund 17 städtischen Kitas lief der Betrieb am heutigen Mittwoch nur eingeschränkt: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte zum Streik aufgerufen. Betroffen waren auch die kommunalen Jugend- und Sozialeinrichtungen.
Ziel des Arbeitskampfes sind nicht nur zehn Prozent mehr Lohn, sondern vor allem eine andere Eingruppierung von Erzieherinnen, Sozialarbeitern, Kinderpflegerinnen und Sozialassistenten. „Das bisherige System wird den heutigen Anforderungen und dem Aufgabenbereich von Erziehern nicht mehr gerecht“, sagt Sebastian Wertmüller, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Region Süd-Ost-Niedersachsen.
Am Mittag verlieh die Geerkschaft Verdi mit einem Demonstrationsmarsch und einer Kundgebung auf dem Platz der Deutschen Einheit ihren Forderungen Nachdruck. Die Eltern waren zuvor vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie über den Streik informiert worden.
Am kommenden Montag (23. März) soll mit den kommunalen Arbeitgebern weiterverhandelt werden. Verdi-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller sieht bislang allerdings wenig Chancen auf Annäherung: „Die andere Seite geht davon aus, dass Erzieherinnen angemessen bezahlt werden.“
Bereits nach der Tarifeinigung von 2009 hatte Verdi gegenüber den kommunalen Arbeitgebern (VKA) erklärt, dass eine bessere Eingruppierung für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst nötig sei. Eine Einigung darüber war aber beim ersten Verhandlungstermin am 25. Februar gescheitert.
„Im Prinzip muss Eingruppierung auf neue Füße gestellt werden und der Tarif für Erzieherinnen den Entgelten im gewerblichen Bereich angepasst werden“, so Wertmüller. Damit soll nicht nur das Einkommen von Erziehern und Sozialarbeitern um rund zehn Prozent steigen. Unter anderem sollen auch alle Vorbeschäftigungszeiten anerkannt und der Status von Sozialassistentinnen verbessert werden, die als Erzieherinnen arbeiten.
„Alle reden von Bildung und Erziehung, aber dafür anständig bezahlen will anscheinend keiner. Das muss sich ändern“, so der Verdi-Geschäftsführer.

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