Klage gegen Tiertransport | Neue Braunschweiger
3. März 2015
Menschen

Klage gegen Tiertransport

Geschundene Kühe: Peta stellt Strafanzeige.

Kälber in einem Tiertransporter. Foto: Peta

Von Ingeborg Obi-Preuß, 04.03.2015.

Braunschweig. Die Tierrechtsorganisation Peta hat bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig Strafanzeige gestellt. „Nach dem rücksichtslosen Tiertransport im Februar fordern wir eine Strafe und ein Tierhalteverbot für den Händler“, sagt Judith Stich, Peta-Pressesprecherin.

Am 10. Februar hatte die Autobahnpolizei auf der A 2 in Höhe Braunschweig-Ost einen Transporter gestoppt und kontrolliert. Auf dem Anhänger des Sprinters fanden die Beamten vier schwer verletzte Kühe, die zur Erlösung ihrer Qualen von einem Schlachter getötet werden mussten. Die Anordnung dazu hatte ein hinzugezogener Tierarzt des Veterinäramtes gegeben.
„Bei der Überprüfung auf der Autobahn lag eine Kuh bereits auf dem Boden, weil sie sich vor Schmerzen nicht mehr halten konnte“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Klages. „Ein anderes Tier hatte offensichtlich vor kurzem gekalbt und blutete stark.“ Bei zwei Rindern seien die Gelenke auf Fußballgröße angeschwollen gewesen. Ein weiteres Tier starb auf dem Weg zum Schlachter.
Der 65-jährige Beschuldigte war auf dem Weg von Sachsen-Anhalt zu einem Fleischhandel im Landkreis Nienburg/Weser.

„Wir haben Strafanzeige erstattet“, sagt Judith Stich von der Tierrechtsorganisation Peta. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und gegen die Tierschutztransportverordnung. „Wir appellieren außerdem an die Behörden, gegen den Händler ein Tierhaltungsverbot auszusprechen“, sagt Stich.
„Es ist absolut gewissenlos, schwer verletzte Rinder bewusst den Strapazen eines Transportes auszusetzen“ , betont Lisa Wittmann, Peta-Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Laut Tierschutztransportverordnung ist es verboten, Tiere zu transportieren, die durch Krankheit, Verletzung oder Schwäche nicht mehr selbstständig auf den Anhänger laufen können“, erklärt die Fachreferentin.
In der Praxis würden Rinder, Schweine oder Schafe nicht selten durch Schläge, Stromstöße oder sogar mit Hilfe eines Frontladers auf die Fahrzeuge gezwungen, schildert Wittmann dramatische Szenen.

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