2. April 2021
Sport

Klassenerhalt dürfte gesichert sein

Basketball-Bundesliga: Dafür haben die Löwen wirtschaftliche Sorgen – Ostermontag in Ulm

Karim Jallow (links, gegen Frankfurt) ist mit 15,3 Punkten pro Partie der siebtbeste Scorer der Liga. Foto: Simka/regios24

Braunschweig. Der 80:68 (48:37)-Heimsieg der Basketball Löwen gegen die Skyliners Frankfurt am vergangenen Sonntag sollte auch die größten Pessimisten beruhigt haben: Bei noch zehn ausstehenden Bundesliga-Partien dürfte – mit fünf Siegen Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – nichts mehr anbrennen bei Braunschweigs Korbjägern.

Dass sich dies nach gut zwei Dritteln der Saison feststellen lässt, darf schon als große Leistung gelten. Denn Trainer Pete Strobl und seine Mannschaft hatten mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Der frühe krankheitsbedingte Ausfall von Leistungsträger Kostja Mushidi, die doppelte Corona-Quarantäne, der unerwartete Abschied von US-Guard Byron Allen und das vorzeitige Saisonaus für Lukas Meisner wegen einer Schulterverletzung, erlitten bei der Nationalmannschaft: All das setzte das Löwen-Team, das im vergangenen Sommer mit Scott Eatherton und Tommy Klepeisz zwei tragende Säulen verloren hatte, zusätzlich unter Druck. Vom Erfolg, und als solcher ist der frühe „So gut wie“-Klassenerhalt zu werten, konnte all dies das Strobl-Team aber nicht fernhalten.

Während sportlich also vieles nach Plan lief, von einigen unnötigen Niederlagen nach hohen Führungen einmal abgesehen, gibt es an anderer Stelle Grund zur Sorge, wie Löwen-Geschäftsführer Nils Mittmann jüngst in einem Interview auf der Vereins-Homepage andeutete. „Das vergangene Wirtschaftsjahr war bereits durch den Abbruch der regulären Saison und die entfallenen Heimspiele alles andere als leicht, gerade finanziell. In dieser Saison spielen wir bislang ohne Zuschauer, wodurch eine elementare Einnahmequelle fehlt“, berichtete der Stöckheimer zunächst einmal wenig Überraschendes.
Wie bedrohlich die wirtschaftliche Lage des Erstligisten tatsächlich sein könnte, deutete Mittmann wenig später an, als er über die Sponsorensituation sprach: „Wir haben aber auch 15 Partner verloren und tun uns sehr schwer damit, neue zu gewinnen.“

Dem Gedanken, dass NBA-Star und Klub-Boss Dennis Schröder das Gros der Kosten tragen könne, erteilte Mittmann eine Absage, denn man dürfe es „nicht als die singuläre Aufgabe unseres Gesellschafters verstehen, dass er all das finanziert“.

Sportlich haben die Löwen, die am Mittwoch die Baskets Bonn empfingen (bei Druckbeginn nicht beendet) und am Ostermontag (20.30 Uhr) in Ulm antreten, ihre Hausaufgaben weitestgehend erledigt. Im finanziellen Bereich gibt es dagegen noch Baustellen. Und schon bald könnte die nächste drohen, denn nach zwei starken Jahren an der Oker dürfte Anführer und Nationalspieler Karim Jallow das Interesse einiger Topklubs geweckt haben. Nach Vereinsangaben steht Jallow noch bis 2022 unter Vertrag – doch auch in dieser Hinsicht hat es in Braunschweig ja schon manche Überraschung gegeben.

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