Kleine Findlinge machen viel Freude | Neue Braunschweiger
20. Dezember 2019
Aktiv

Kleine Findlinge machen viel Freude

Vor dem BZV-Medienhaus sind wir beinah über einen ausgesetzten Okerstein gestolpert

Ein bisschen Geheimniskrämerei gehört dazu: Still und heimlich werden Okersteine bemalt und in Umlauf gebracht. Einer tauchte direkt vor dem Medienhaus auf  BZV-Archiv

Braunschweig/Gifhorn/Peine/Helmstedt/Wolfenbüttel. Sie sind überall und nirgends: Okersteine, die mancherorts auch schon mal zum „Wabestein“ umdeklariert werden, je nachdem, welcher Fluss gerade in der Ecke vorbeifließt.

Sie sind echte Findlinge, werden ausgesetzt, um gefunden zu werden und anderen eine Freude zu machen. Die Geschichte, die hinter den Okersteinen steht, kann man sich als Ostereiersuche im Weihnachtswunderland vorstellen. Über Facebook und Instagram hat sich mittlerweile eine „Okerstein-Comunity“ gebildet, in der jeder neuer Fund vermeldet wird.

Die kleinen Steinchen kursieren in der gesamten Region, tauchten schon in Veltheim und Vechelde, in Seershausen und Meine, in Bettmar und Broitzem und sogar in Cuxhaven auf. Manche Steine sind gar ins Ausland “geschmuggelt“ worden. Über einen gar nicht so kleinen Okerstein in Form eines Waldwichtelhauses bin ich nur ein paar Meter vom BZV-Medienhaus entfernt im übertragenen Sinn gestolpert. Er war in einem kleinen Grünbeet ausgesetzt worden. Erst ging ich vorbei, dann bin ich doch umgedreht und habe den sehr hübschen Stein unweit der Bushaltestelle gleich wieder in Umlauf gebracht. Nicht lange, und er war verschwunden.

Bei aller Heimlichkeit führt eine heiße Spur nach Meinersen in den Landkreis Gifhorn, wo sich den Meldungen nach eine Hochburg der Okersteinproduktion befinden soll. „Ich möchte die Welt ein bisschen bunter machen“, hatte Sarah Wittkowski den Kollegen von der Gifhorner Rundschau im Sommer verraten.

Mittlerweile gibt es viele Gruppen in vielen Gegenden, da ist aus dem Schneeball die Lawine geworden. In Gifhorn ist beispielsweise das „Steinfieber“ ausgebrochen. Gleich oder ähnlich ist immer die Inschrift auf der Rückseite, die den Stein zum „Finden, Freuen, Posten und Behalten“ freigibt.

Eine wirklich hübsche Idee, speziell jetzt in der Weihnachtszeit.

Diesen Okerstein in Form eines Waldwichtelhauses  haben wir gleich ein paar Meter weiter wieder ausgesetzt, damit er jemand anderem eine Freude bereiten kann. Foto: Marion Korth

Auch interessant