Klinikum nimmt Kredite auf

Zwei-Standorte-Konzept: Öffentliche Förderung reicht nicht aus

Am Standort Salzdahlumer Straße geht es mit dem Bau in großen Schritten voran. Das freut Geschäftsbereichsleiter Bau und Technik Friedrich Prem, Gernot Seypka, Projekt-Direktor vom Bauprojektmanagement S2UWN von Tuner & Townsend und Klinikums-Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert (von links). Städtisches Klinikum. Foto: Peter Sierigk

Innenstadt (ml). Es ist das größte Bauprojekt in der Geschichte des Klinikums. Seit 2006 werden schrittweise die drei Standorte zusammengeführt. Dann wird es nur noch das Klinikum in der Celler und in der Salzdahlumer Straße geben. Die Holwedeklinik fällt weg. Dr. Andreas Goepfert, Klinikums-Geschäftsführer, und Erster Stadtrat Christian Geiger stellten in dieser Woche den Stand der Dinge vor und äußerten sich dazu, wie es weitergeht.

„Durch die Zusammenfassung von drei auf zwei Standorte und einer modernen Zentralklinik am größten Standort Salzdahlumer Straße wird es sehr viele Vorteile für die Versorgung von Patienten geben“, sagt Goepfert und fügt hinzu: „Zeitgemäße Abläufe durch spezialisierte Zentren und kurze Wege mit deutlich weniger Transportkosten sind positive Aspekte.“

In Abstimmung mit der Stadt beabsichtigt das Klinikum einen Kreditrahmen von 300 bis 400 Millionen Euro abzuschließen, um die weiteren Baumaßnahmen zu finanzieren. Der Kreditrahmen soll einerseits Sicherheit, andererseits Flexibilität ermöglichen. „Das Klinikum steht vor großen Herausforderungen“, erklärt Geiger. Als Gesellschafterin des Klinikums werde die Stadt die Umsetzung des Zwei-Standorte-Konzepts weiter begleiten und unterstützen.
Zum Jahresbeginn überreichte Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann außerdem einen Förderbescheid von weiteren 20 Millionen Euro. Klar ist: Die Finanzierung aus öffentlichen Fördermitteln allein, reicht nicht mehr aus. Die Krankenhäuser müssen inzwischen die Mittel anderweitig aufbringen.

Nach aktuellen Planungen wird die Zusammenführung der Standorte voraussichtlich 2027 abgeschlossen sein.
Zu den erreichten Meilensteinen am Standort Celler Straße gehören unter anderem der Neubau für die Frauenklinik inklusive Neonatologie und die Zentrale OP-Abteilung. Außerdem die Erweiterung und Sanierung der Medizinischen Klinik III (Hämatologie, Onkologie) sowie der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie.

In der Salzdahlumer Straße wurde der Trakt für die chirurgischen Zentren erweitert, der zentrale OP-Bereich ausgebaut und ein erweitertes interdisziplinäres Notfall- und Aufnahmezentrum sowie die Zentralsterilisation für alle Standorte eingerichtet. Außerdem verfügt der Standort über eine neuen Hubschrauberlandeplatz.

Problem: Arbeiten bei laufendem Betrieb

Das Problem: Alle Veränderungen in der Salzdahlumer Straße müssen bei laufendem Betrieb durchgeführt werden. Somit wird immer zuerst ein Neubau errichtet, damit die betroffenen Stellen umziehen können und voll funktionsfähig sind. Dann erst kann zurückgebaut und der Platz für den nächsten Neubau geschaffen werden.

Nach jetzigem Stand wird das Klinikum Holwedestraße voraussichtlich ab 2023 aufgelöst. Schrittweise ziehen dann zum Beispiel die Ambulanz und die Unfallchirurgie in den „Neubau Ost“ um.

Mitte 2026 nimmt dann auch der „Neubau Süd“ den Betrieb auf. In ihn kommen unter anderem das Pädiatrische Zentrum, das Herz-Lungen-Zentrum und eine Allgemeinpflegestation.

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