Kobylanski macht den Unterschied | Neue Braunschweiger
16. Juli 2020
Sport

Kobylanski macht den Unterschied

Bewertung der Eintracht-Neuzugänge Teil eins – Biankadi empfiehlt sich für eine Weiterverpflichtung

Merveille Biankadi beim Saisonfinale in Meppen. Es ist offen, ob das sein letztes Spiel für die Eintracht war. Foto: imago images

Braunschweig. Elf Spieler schlugen vor und während der Saison ihre Zelte bei den Löwen auf und hatten teils kleineren, teils entscheidenden Anteil am Aufstieg in die zweite Bundesliga. In einer zweiteiligen Serie beleuchtet die NB die Leistungen und Zukunftsperspektive der Akteure.

Alfons Amade (4 Einsätze, 1 Vorlage): Der U-Nationalspieler legte einen vielversprechenden Start hin, kam nach einer längeren, verletzungsbedingten Pause bis Weihnachten nicht mehr zum Zug. Anschließend konnte er sich weder zum Restrundenauftakt noch beim Re-Start nach der Corona-Pause empfehlen. Nach Ablauf seiner Leihe kehrt der Rechtsverteidiger zur TSG Hoffenheim zurück.

Orhan Ademi (13 Einsätze, 2 Tore): Nach zweistelliger Torausbeute in Würzburg begleiteten die Rückkehr des Schweizers zu Eintracht große Erwartungen. Als Backup des gesetzten Nick Proschwitz konnte er sich zunächst empfehlen, wurde später aber sowohl unter Christian Flüthmann als auch Marco Antwerpen nur noch sporadisch eingesetzt. Ein vorzeitiger Wechsel im Winter scheiterte, vor und nach der Corona-Pause wurde der Angreifer jeweils einmal eingewechselt. Es erscheint denkbar, dass Neucoach Daniel Meyer dem 28-Jährigen trotz einer enttäuschenden Spielzeit noch eine weitere Bewährungschance einräumt, ansonsten stehen die Zeichen ein Jahr vor Ademis Vertragsende auf Trennung.

Merveille Biankadi (17 Einsätze, 3 Tore, 5 Vorlagen): Der im Winter aus Heidenheim ausgeliehene Flügelstürmer deutete seine technischen Fähigkeiten und sein Tempo nach der Winterpause trotz wechselhafter Leistungen an, wurde aber erst nach der Corona-Pause ein elementarer Baustein im Aufstiegskampf. Auch wenn ihm im gegnerischen Strafraum manchmal die Ruhe fehlte, empfahl er sich nach dem Re-Start mit seinem Tor in Chemnitz und insgesamt fünf Vorlagen nachhaltig für eine Weiterverpflichtung. Dies könnte aufgrund seiner positiven Entwicklung jedoch schwierig werden.

Kevin Goden (7 Einsätze, 1 Vorlage): Der aus Nürnberg ausgeliehene, pfeilschnelle Rechtsaußen deutete sein Potenzial immer wieder an, hatte in taktischer Hinsicht aber häufig viel Luft nach oben. Kam im Saisonfinish verletzungsbedingt nicht mehr zum Zug und hat nach dem Klassenerhalt der Franken dort noch ein Jahr Vertrag, allerdings keine sportliche Perspektive. Besitzt definitiv Entwicklungspotenzial und wurde von Daniel Meyer bereits in der U19 des 1.FC Köln trainiert, sodass sein Verbleib denkbar erscheint.

Patrick Kammerbauer (23 Einsätze): Nach Saisonbeginn aus Freiburg verpflichtet, präsentierte sich der talentierte Defensivmann zunächst unsicher und kam deshalb nur unregelmäßig zum Zug. Nach der Winterpause deutete er sein Potenzial als zweikampfstarker Sechser vor allem in den Heimspielen an und zeigte nach dem Re-Start durchweg solide Leistungen. Bleibt nach dem Aufstieg ein weiteres Jahr und dürfte aufgrund seiner Position und seines Alters sehr gute Entwicklungschancen bei Eintracht besitzen.

Martin Kobylanski (33 Einsätze, 18 Tore, 9 Vorlagen): Nach ganz starkem Saisonstart, fiel der Königstransfer der Löwen in ein Leistungsloch, das bis Ende Februar anhielt. Wurde nach der Corona-Pause seinem Anspruch als Unterschiedsspieler mit neun Treffern und drei Vorlagen gerecht. Der Mittelfeldmann benötigt eine Mannschaft, die ihn trägt, um zu „funktionieren“. Klappt dies unter Daniel Meyer genauso wie bei Ex-Coach Marco Antwerpen kann der 26-Jährige für die Löwen zum Schlüsselspieler im Unterhaus werden.

Auch interessant