Köpfe rauchten bei „Denk Deine Stadt“

„Denk Deine Stadt“, Runde zwei. Am Montagabend waren die Bürger zu einer weiteren Werkstatt im Rahmen des Beteiligungsprozesses eingeladen.

Besucher bei "Denk Deine Stadt". Foto: Sierigk

Von Birgit Leute, 13.01.2016.

Braunschweig. Ihre Aufgabe: Unter den bislang eingegangenen Ideen und Anregungen die wichtigsten für die Stadtquartiere auszumachen und Lösungen vorzuschlagen

Rund 200 Besucher waren der Einladung der Stadt und der Agentur Urbanista gefolgt. Im Kongresssaal der Stadthalle rauchten die Köpfe. Es wurde leidenschaftlich diskutiert.

Wolle oder Holz mussten zwar nicht gehandelt werden, doch die zweite Runde von „Denk Deine Stadt“, dem großen Beteiligungsprozess zur Frage „Wie soll Braunschweig in Zukunft aussehen?“, erinnerte ein bisschen an die „Siedler von Catan“.

Rund 200 Teilnehmer waren der Einladung der Stadt gefolgt und entwickelten am Montagabend in der Stadthalle viele gute Ideen und Verbesserungsvorschläge weiter, die Bürger im ersten Teil von „Denk Deine Stadt“ eingereicht hatten. Mehr als 5500 Antworten waren damals zusammengekommen, „ein tolles Ergebnis“, zeigt sich Julian Petrin, der mit seiner Agentur Urbanista den Prozess begleitet, beeindruckt. Für die zweite Werkstatt hatten sich die Macher etwas besonderes ausgedacht: Statt die Vorschläge im Plenum zu erörtern, wurden die Teilnehmer kurzerhand aufgeteilt und an 18 „Spieltische“ gebeten. Jeder Tisch symbolisierte ein Stadtgebiet mit seinen „Problemzonen“ – Parkplatznot, schlecht beleuchtete Wege, dichter Verkehr, schlechte Fahrradwege.

Meckern reichte nicht

Meckern reichte nicht, gesucht waren an diesem Abend Lösungen. „Mache aus der Elbestraße einen Boulevard“, wurden die Teilnehmer am „Weststadttisch“ aufgefordert. „Entwickle die Kurt-Schumacher-Straße zu einem attraktiven Wohnquartier“, hieß es dagegen am Tisch für das „Südöstliche Ringgebiet“.
„Es gab hitzige Debatten“, beobachtete Thorsten Warnecke, der als städtischer Fachmann für Stadtplanung und Umweltschutz das Bahnhofsquartier bei der Werkstatt betreute und unter anderem mit der Frage konfrontiert war: „Wer soll am Bahnhof Vorfahrt haben – Bus oder Auto?“

Besucher Markus Schweiß war von der Veranstaltung begeistert. „Ich bin hierher gekommen, weil ich die Stadt mitgestalten möchte. Ich hoffe sehr, dass die Beteiligung etwas bringt“, sagte der Langelsheimer, der vor einiger Zeit in den Heidberg gezogen ist. Für sein Quartier forderte er unter anderem die Aufwertung des Heidbergsees. „Da fehlt echt ein Familienbad, das die Aufenthaltsqualität steigert und legal macht, was bislang illegal ist, denn der See ist ja für das Baden gesperrt“, betonte der Heidberger.

Aus den Ergebnissen der beiden Werkstätten entwerfen die Organisatoren ein Zukunftsbild, das in der dritten Folge im März (siehe Kasten) den letzten Feinschliff bekommen soll.

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