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Kolumne: In 80 Zeilen den Stiefel „erfahren“

Arrivederci Italia – wir kommen wieder!

Von der slowenisch-italienischen Grenze bis zur französischen Grenze haben wir den „Stiefel erfahren".   Foto: Pöhlig

O sole mio! Bella Italia – wir haben dich noch lieber als vor der Reise. Doch nun liegt die letzte Etappe vor uns. An der Riviera di Levante liegen noch so viele Orte mit klangvollen Namen.

Ich möchte verlängern, doch dem Urlaubspaul erscheint Braunschweig nach nun fast acht Wochen als die schönste Stadt der Welt – naja, vielleicht hat er Recht, aber Braunschweig ist doch auch eine Woche später noch schön!
Aber okay, wir beschließen Rapallo und Portofino nur einen Kurzbesuch abzustatten und in Sanremo unsere letzte italienische Nacht zu verbringen.

Also auf ins wunderschöne Rapallo. Direkt neben einem kleinen Trödelmarkt finden wir einen Parkplatz, nur wenige Meter von der Fußgängerzone mit sehr schönen Läden entfernt. Bald meldet sich unser ständiger Begleiter: der Hunger. Auf einmal stehen wir vor einem japanischen Lokal, das erste auf der gesamten Reise, das uns auffällt. Wir fühlen uns ein wenig wie Verräter, aber jetzt muss es diese würzig-salzige Sojasoße sein! Wir genießen unser Sushi und starten wohlgelaunt nach Portofino.

Anita Pöhlig (63) und Paul Becke (67) sind seit 48 Jahren ein Paar. Die gelernte Journalistin Pöhlig hat unter anderem 20 Jahre als dpa-Korrespondentin aus der Region berichtet, Paul Becke hat Jahrzehnte an der Hauptschule Sophienstraße unterrichtet. Von der Italienumrundung haben die beiden zwar schon lange geträumt, umgesetzt haben sie das Vorhaben dann aber sehr kurzfristig und ohne Vorbereitung. Rückfragen und -meldungen bitte an apoehlig@web.de

 

 

Eigentlich genügt schon der Name, um das 400 Einwohner zählende Fischerdorf zum Sehnsuchtsort zu machen. Zahlreiche Filme vor der Kulisse der bunten Häuser machten das Dorf gar weltberühmt. Ob Portofino wohl die hohen Erwartungen erfüllt? Wir wissen es nicht!

Drei Kilometer vor der Ortsgrenze stoppt die Polizia den Verkehr: Portofino ist voll! Zu viele Touristen! Ja, mit dem Bus könnten wir in den Ort fahren – aber dazu müsste man einen Parkplatz finden… Ich bin etwas traurig. Um mich aufzuheitern, bietet der Urlaubspaul spontan eine Verlängerung an: Yippie! Wir bleiben drei Nächte in Sanremo! Gut, Sanremo ist auch nicht mehr das, was es mal war. Man ahnt nur noch, wie die Reichen und Adligen um 1900 – unter ihnen Kaiserin Sissi und der deutsche Kaiser Friedrich III. – an der Promenade spazierten und in den prachtvollen Villen residierten. 1905 wurde das berühmte Spielkasino gebaut. Wir werfen einen Blick ins Kasino, fotografieren dürfen wir nicht. Und wir genießen noch einige Stunden am Strand, um vom Mittelmeer Abschied zu nehmen. Nun sind es noch 20 Kilometer bis zur französischen Grenze. Die schaffen wir auch noch!

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