Kolumne: In 80 Zeilen den Stiefel „erfahren“ | Neue Braunschweiger
19. Oktober 2019
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Kolumne: In 80 Zeilen den Stiefel „erfahren“

Unser Lieblingsort: Filmkulisse zum Verlieben – „Benvenuti al Sud“

Der Urlaubspaul beim singenden Frisör. Foto: Pöhlig

Jede unserer 19 Stationen hatte ihren Reiz, doch nun erreichen wir unseren Lieblingsort: direkt am Meer, Bergkulisse, viele schöne Restaurants, eine kleine belebte Fußgängerzone, am Wochenende ein Markt.

Mit rund 10 000 Einwohnern hat die Stadt eine gute Größe. Nur für eventuelle Ausflüge muss das Auto bewegt werden – die Parkplatzsituation ist ohnehin etwas schwierig…Wir waren schon mehrfach hier.

Dem Urlaubspaul gefällt es hier so gut, dass er auf einem einwöchigen Aufenthalt besteht: faul am Strand liegen, kilometerlange Spaziergänge am Meer, gutes Essen, durch die Stadt bummeln – Urlaub eben, ich finde es auch gut! Hier ist trotz Touristen noch vieles so, wie wir uns Italien vorstellen. Zum Beispiel der Frisör: Während er Paul die Haare schneidet, singt er mit Leidenschaft Opernarien – wirklich, ich schwöre! Festgehalten von größeren Mengen Pomade liegen die Haare vom Urlaubspaul anschließend eng an, zum Abschluss wird er mit einem – sagen wir – gewöhnungsbedürftigen Duft parfümiert.

Anita Pöhlig (63) und Paul Becke (67) sind seit 48 Jahren ein Paar. Die gelernte Journalistin Pöhlig hat unter anderem 20 Jahre als dpa-Korrespondentin aus der Region berichtet, Paul Becke hat Jahrzehnte an der Hauptschule Sophienstraße unterrichtet. Von der Italienumrundung haben die beiden zwar schon lange geträumt, umgesetzt haben sie das Vorhaben dann aber sehr kurzfristig und ohne Vorbereitung. Rückfragen und -meldungen bitte an apoehlig@web.de

 

Ebenfalls wahr: Beim Sundowner schauen wir täglich zu, „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“. Bei klarer Sicht können wir vom Balkon das rund 70 Kilometer entfernte Capri und die Amalfiküste sehen. 2020 fahren wir wieder hin. Wohin? Sollen wir den Namen wirklich verraten? Gut, ein echter Geheimtipp ist Santa Maria di Castellabate ohnehin nicht mehr. Zumal 2010 der Kinofilm „Benvenuti al Sud“ dort gedreht wurde. Die meisten Szenen wurden im oberhalb von Santa Maria liegenden Stadtteil Castellabate gedreht. Rund um das mittelalterliche Kastell eines Abtes (daher der Name) winden sich zahlreiche Gassen am Berg und immer wieder bieten sich spektakuläre Blicke auf Küste und Umland. In Santa Maria leben übrigens auch einige nette Deutsche. Birgit etwa, sie hat vor Jahrzehnten Mario geheiratet, der hielt es nicht lange ohne Meer aus und so zog Birgit mit in seine Heimat. In Marios Pizzeria gibt es ganz frischen Fisch, den er fast täglich selbst angelt. Oder Elfie, die nach mehreren Urlauben übersiedelte und nun Ferienwohnungen vermittelt.

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