Korner setzt auf das Ikarus-Prinzip

Basketball-Bundesliga: Nach dem 96:103 am Sonntag müssen die Löwen dreimal auswärts ran.

Kenny Frease erzielte zwei seiner 14 Punkte gegen Ludwigsburg per Dunking. Foto: Ammerpohl

Von Christoph Matthies, 13.10.2015.

Braunschweig. Nach der geradezu herzzerreißenden 96:103-Heimniederlage am Sonntag gegen Ludwigsburg stehen die Löwen nach drei Spieltagen mit einem Sieg auf Rang zwölf der Basketball-Bundesliga. Nun stehen erst einmal drei schwere Partien in fremden Hallen an.

„Wir haben drei Viertel lang des Spiel beherrscht“, befand Raoul Korner nach der Pleite nach Verlängerung, in der die Löwen einen 20-Punkte-Vorsprung (16 Punkte zu Beginn des Schlussviertels) verspielt hatten. „In den letzten sieben Minuten haben wir es dann nicht verstanden Ludwigsburg zu stoppen“, nannte der Headcoach der Löwen die Defensive im Schlussviertel als die Achillesferse. Dass dann Sekunden vor dem Ende – entgegen seiner Anweisung – nicht gefoult wurde, um dem Gegner keinen Dreipunktewurf zu ermöglichen, wie es im europäischen Basketball üblich ist, fand der Trainer nur symptomatisch. In der Verlängerung konnten die Löwen das Momentum der Gäste dann nicht mehr zurückerobern.

Ein weiteres Problem des Löwen-Teams, das vom Gegner auf drastische Weise aufgezeigt wurde, war das Rebounding. Mit 54 Rebounds sammelten die Schwaben am Sonntag doppelt so viele Abpraller wie die Braunschweiger, am offensiven Brett griffen die Gäste gleich vierundzwanzigmal zu. Und kamen so zu reichlich zweiten Chancen, die sie gerade im Schlussviertel auch häufig in Punkte ummünzten.

Trotz der Frustration nach der bitteren Niederlage machte Korner deutlich, dass es am Sonntag auch Positives mitzunehmen gab. „Unsere Ballbewegung war sensationell“, beschrieb der Österreicher die ersten drei Viertel, in denen die Löwen einen extrem ansehnlichen Teambasketball spielten, wie man ihn selbst in der erfolgreichen Rückrunde der vergangenen Saison nicht gesehen hatte. Die Partie zeigte, wie schon der Kantersieg in Bayreuth vier Tage zuvor, wozu der neue Kader an guten Tagen fähig ist.

Vor den nun anstehenden Auswärtsaufgaben in Berlin, Bremerhaven und Oldenburg macht sich Korner wenig Sorgen, dass die Niederlage eine Narbe auf der Psyche von Nico Simon (Topscorer mit 19 Punkten), Kenny Frease und Co. hinterlassen könnte. „Genauso wenig, wie wir nach dem 40-Punkte-Sieg in den Himmel gestiegen sind, werden wir jetzt in lange Depression verfallen“, verwies der Coach auf das von ihm befolgte Ikarus-Prinzip.

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