Kultur im Zelt: Wild und glamourös

Das Moka Efti Orchestra aus „Babylon Berlin“ ist eines der Highlights beim Festival im Herbst

Das Moka Efti Orchestra aus der Fernsehserie „Babylon Berlin“ kommt nach Braunschweig. Foto: oh

Braunschweig. Braunschweig, im Frühjahr 2019: Eine ruhige und sichere Stadt. Berlin, im Frühjahr 1929: Eine Metropole in Aufruhr. Der Sound des radikalen Wandels ist Charleston, Tango und Two Step – live gespielt. Wie sich der heute anhört, können Besucher am 21. September bei Kultur im Zelt erleben.

Das Moka Efti Orchestra, aus der vielfach ausgezeichneten Fernsehserie „Babylon Berlin“, lässt jene wilde, glamouröse und feierwütige Zeit in der Hauptstadt wieder aufleben.

Die energiegeladene Big Band ist nur eines von vielen Glanzlichtern beim Festival im Bürgerpark. Das umtriebige Kultur-im-Zelt-Team, um die beiden Chefinnen Silke Behrens und Beate Wiedemann, präsentiert vom 27. August bis zum 29. September wieder ein pralles, buntes und facettenreiches Programm.

Kurt Krömer macht den Auftakt. Foto: oh

An 34 Tagen stehen 58 Veranstaltungen an. Auf der Bühne stehen beliebte Bekannte, gefeierte Stars und interessante Neuentdeckungen aus den Bereichen Comedy, Kabarett, Theater, Turnkunst, Varieté, Zauberei, Zirkus, Lesungen und natürlich Musik. Pop und Polka ist dabei, Reggae, Rock’n’Roll und Rockabilly, Folk, Soul, Jazz und einfühlsame Liedermacher-Klänge.
„Wir wollen kein Mainstreamprogramm, sondern immer etwas Neues. Wir buchen Künstler, die wir selbst gut finden, können machen, was wir wollen – und das ist toll“, erklärt Wiedemann die Zusammenstellung des diesjährigen Programms.

Diese ganz besondere Herangehensweise beim Buchen der Künstler, das trüffelartige Aufspüren von innovativen Newcomern, aber auch der sensible Umgang mit hier langjährigen etablierten Publikumslieblingen, wie beispielsweise dem passionierten Jazz- und Schlager-Experten Götz Alsmann (der am 18. September mit „…in Rom“ dabei ist) macht den originären Charme von Kultur im Zelt aus.
Voriges Jahr haben die Veranstalter sensationelle 45 000 Tickets verkauft – so viel sollen es auch in diesem Jahr wieder werden. Die Besucher haben wieder die Qual der Wahl. Beate Wiedemann möchte eigentlich keinen der auftretenden Künstler hervorheben, weist dann aber doch auf eine Show hin: Släpstick. Fünf niederländische Vollblutmusiker, die am 24. September feinsinnig komödiantisches Spiel und bravouröse Musikalität vereinen – und das auf hundert Instrumenten!

„Für diesen Auftritt, der eine Hommage an die Zeit der Stummfilmära ist, an Charlie Chaplin und die Marx Brothers, muss extra das Zelt umgebaut werden“, erzählt Wiedemann.
Und mit Zelten kennt sich der Verein Kulturzelt Braunschweig mittlerweile bestens aus. Im Jahr 2017 wurden „zwei in Europa einmalige Zirkuszelte aus der Insolvenz der Sarrasani GmbH gekauft“. Eines davon ist bereits seit März als zentraler Hörsaal-Ersatz an die Technische Universität verliehen. Nun hat das Team mit „einem finanziellen Kraftakt“ sogar ein weiteres Zelt angeschafft. Und das wird ab dem 27. August mit einem Gastspiel des schrulligen Kabarettisten Kurt Krömer offiziell eröffnet. Ein starker Start in die neue Saison.

Informationen zu allen Veranstaltungen findet man im Internet unter www.kulturimzelt.de. Viel Spaß und roter Vorhang auf!

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