„Kultur und Essen verbindet“

Jeden Montag ist Refugeenachmittag in der Kaufbar – ein funktionierender Schmelztiegel.

Dariusz Kasem aus Syrien spielt für die Besucher der Kaufbar. Heike Blümel hält die Noten. Foto: Heike Wolters-Wrase/oh

Von Ingeborg Obi-Preuß, 09.03.2016.

Braunschweig. Rappelvoll, laut, bunt, fröhlich – Refugeenachmittag in der Kaufbar. Mal wieder. Seit September verwaltet Heike Blümel das Chaos. Inzwischen hat die Ehrenamtskoordinatorin beim DRK eine Organisationsstruktur geschaffen, daneben sehen manche Manager blass aus.

„Was mach ich jetzt?“ – diese Frage stand am Anfang, als Hunderte von Flüchtlingen und mindestens genauso viele Ehrenamtliche direkt vor ihrer Tür standen. Die Kaufbar ist inzwischen „Wohnzimmer“ für alle, „Kultur und Essen verbindet alle Nationalitäten“ erzählt Blümel. Ein tragfähiges Netzwerk hat sie gewebt, zig Ehrenamtliche kümmern sich um Sprachkurse, Spaziergänge, Hausaufgabenhilfe und mehr. Wie jeden Montag ist auch das Grins-Theater in der Kaufbar. Der Grins-Verein arbeitet seit 2013 theaterpädagogisch mit Bewohnern der Landesaufnahmebehörde, seit Anfang des Jahres gibt es auch bei jedem Refugee-Nachmittag in der Kaufbar einen Workshop. Konzentration und körperliche Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gruppendynamik – eine interkulturelle Pantomime. „Wir freuen uns über jeden, der mitmachen möchte“, sagt Regina Peper, eine der theaterpädagogischen Leiterinnen des Projekts.

Heike Blümel behält wie immer den Überblick, lenkt den Nachmittag, bringt Informationen. Zum Beispiel, dass die ehrenamtliche Helferin Hiam Kasem es geschafft hat, eine ärztliche Sprechstunde zu organisieren: Dr. Zafer Mohamed und noch ein Kollege werden ab sofort mittwochs von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr in den Räumen der Kaufbar für Untersuchungen bereitstehen. „Ohne Karte, ohne Kosten“, freut sich Blümel über einen weitern Erfolg „ihrer“ zahlreichen engagierten Helfer.

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