Kulturbranche fährt langsam hoch | Neue Braunschweiger
8. Juli 2020
Kultur

Kulturbranche fährt langsam hoch

Die Corona-Lockerungen geben Veranstaltern mehr Spielraum

Dagmar Schlingmann, Generalintendantin des Staatstheaters, ist glücklich über jede Lockerung. Foto: BZV-Archiv/Hickmann

Region. Die Landesregierung wird im Umgang mit dem Coronavirus mutiger – ein bisschen zumindest. Seit Montag gibt es ein paar weitere Lockerungen. Vor allem Veranstalter im Kulturbetrieb und Hobbysportler dürften sich darüber freuen.

Die Teilnehmergrenze für Veranstaltungen wurde von 250 auf 500 Personen angehoben. Weiterhin müssen Gäste zueinander einen Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten, sie müssen feste Sitzplätze einnehmen und in geschlossenen Räumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Neu ist, dass die Masken am Sitzplatz abgelegt werden dürfen. Dadurch soll zum Beispiel in Kinos der Verkauf von Snacks und Getränken möglich gemacht werden.

Auch die Theater fahren den Betrieb langsam hoch. „Für unser Open-Air-Programm bis zum Beginn der Theaterferien haben diese neuen Richtlinien keine Auswirkungen mehr, aber wir freuen uns sehr über jede Lockerung, die es uns in der nächsten Spielzeit ermöglicht, mehr Publikum empfangen zu können“, sagt Dagmar Schlingmann, Generalintendantin am Staatstheater Braunschweig.

Einen Wunsch hat Michael Schacke, Geschäftsführer der Eventmanagement-Firma undercover: „Ich erhoffe mir gleiches Recht für alle. Veranstalter halten sich an die Verbote und leiden darunter, da ist es schwer nachvollziehbar, wenn in Bereichen außerhalb der Kultur große Menschenmengen gestattet werden. Ich wünsche uns allen Zuversicht und dabei Konsequenz im Handeln gegen das Virus.“

Weiterhin sind Kontaktsportarten wie Fußball oder Handball wieder möglich, wenn sie in festen Kleingruppen von nicht mehr als 30 Personen erfolgen. Ein Abstand von zwei Metern muss dann nicht mehr eingehalten werden. Aber: Zur Nachverfolgung müssen immer noch die Kontaktdaten der einzelnen Sportler erhoben werden. Und: Spiele gegen Mannschaften anderer Vereine bleiben wie bisher verboten.

Auch die Richtlinien für die private Kinderbetreuung wurden geändert. Ab sofort dürfen die maximal fünf Kinder in einer Gruppe aus mehr als drei verschiedenen Haushalten stammen. Außerdem sind Nachrücker für Kinder, die die Betreuung nicht in Anspruch nehmen, erlaubt.

Im Tourismusbereich wird die Zehn-Personen-Regel – maximal zehn Menschen dürfen ohne Einhaltung des Mindestabstands zusammen unterwegs sein – auf touristische Schifffahrten, Kutschfahrten und Stadtführungen ausgeweitet. Hotels können ab sofort wieder Gäste aus dem kürzlich von Corona-Infektionen stark betroffenen Landkreis Warendorf aufnehmen. Für Menschen aus dem Kreis Gütersloh soll das Verbot weiterhin gelten – es sei denn, es liegt ein negativer Test vor.

In der Öffentlichkeit können sich nun Gruppen von bis zu zehn Personen treffen. Bisher war dies auf die Mitglieder von zwei Haushalten beschränkt. Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss weiterhin dort getragen werden, wo Abstände von anderthalb Metern nicht eingehalten werden können. Pflicht ist sie beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen. Weiterhin geschlossen bleiben Clubs, Diskotheken und Shisha-Bars. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen sollen bis Ende Oktober verboten bleiben.

Auch interessant