Lebensfreude auf vier Pfoten | Neue Braunschweiger
20. November 2020
Menschen

Lebensfreude auf vier Pfoten

Tiertherapie: Begleithündin Lizzy tritt ihren Dienst an

Therapiehündin „Lizzy“ versüßt den Senioren im Alloheim das Leben und den Alltag. Foto: privat

Braunschweig (sd). Lizzy kennt sich schon aus. Die sechsjährige Dackel-Boxer-Mischlings-Hündin steuert nach dem Betreten der Alloheim Senioren-Residenz „Brunswik“ in der Kreuzstraße zielsicher auf die Tür zu, hinter der ihre betagten Fans auf sie warten. Lizzy ist eine erfahrener Therapie-Hündin. Seit Anfang September besucht sie unter der Leitung ihrer Besitzerin Sarah Czerwonka mehrmals wöchentlich die Bewohner der Residenz. Das Ziel: den Senioren zu noch mehr Lebensqualität verhelfen.

„Vorrangig geht es darum, bei den Bewohnern für Ruhe und Entspannung zu sorgen, den Erwerb von sozialen Kompetenzen zu ermöglichen oder auszubauen, aber auch die Kommunikation und Gedächtnisleistung immer weiter zu verbessern. Die Erfolge sind wirklich beeindruckend“, umreißt Christian Richter, Leiter der Seniorenresidenz „Brunswik“, das Konzept.

Sobald Lizzy erscheint, sieht man schon das erste Lächeln auf den Gesichtern der Senioren. Die Hündin wird wahrgenommen, begrüßt schwanzwedelnd die Anwesenden und lässt sich liebend gern streicheln. Und sie sorgt für Aufmerksamkeit, also genau den Effekt, den die Therapeuten erreichen möchten. Die gesamte Zeit sind die Senioren auf sie fixiert und vor allem konzentriert. „Die körperliche Nähe zwischen Tier und Mensch ist sehr wichtig“, erklärt Richter. Es werde Körperkontakt ermöglicht und das biete viele Chancen für eine nonverbale Kommunikation. „Das wirkt möglichen Depressionen entgegen, Antriebsschwächen kann man so gut ausgleichen und die Tiere regen sozusagen spielerisch Gedächtnis, Sprache und Motorik an.“

Zwar gehören viele Residenzen der Alloheim-Gruppe zu den wenigen Einrichtungen, in die Bewohner auch mit ihrem eignen Haustier einziehen können, aber dennoch müssen sich gerade an Demenz erkrankte Senioren oft von ihrem Tier trennen. „Sie reagieren ganz besonders positiv auf die Hundebesuche“, sagt Christian Richter. „Man sieht förmlich, wie positive Erinnerungen bei den Bewohnern in den Vordergrund treten, der Kontakt zu dem Tier gesucht wird und das Gespräch untereinander stattfindet.“ Studien hätten gezeigt, dass der Besuch eines Therapie-Hundes zum Beispiel bei bettlägerigen Menschen deren Blutdruck senken könne, auf die Atemfrequenz beruhigend wirke und sogar den Kreislauf stabilisieren könne.

Die Ausbildung eines Therapiehundes ist umfangreich und findet in der Regel in verschiedenen Einrichtungen statt. In den meisten Fällen arbeiten die Therapieteams, also Hund und Besitzer, ehrenamtlich. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, auch aus diesem Grund sind wir dankbar, dass Lizzy regelmäßig in unsere Einrichtung kommt“, sagt Christian Richter. Jede Stunde wird ein anderer Wohnbereich besucht, so dass auch bettlägerige Bewohner „tierischen“ Besuch bekommen. „Kommen Sie wieder!“, heißt es zum Abschied dann immer einhellig.

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