„Lebensleistung ist aller Ehre wert“ | Neue Braunschweiger
17. Juni 2019
Kulturelles

„Lebensleistung ist aller Ehre wert“

Oberbürgermeister Markurth schlägt Richard Borek sen. für die Ehrenbürgerwürde vor

Unternehmer Richard Borek

Innenstadt. Oberbürgermeister Ulrich Markurth weiß, dass sein Vorschlag Diskussionen auslösen wird und trotzdem: Der Unternehmer Richard Borek sen. soll Ehrenbürger der Stadt werden. Das Vorschlagsrecht liegt beim Oberbürgermeister, der Rat muss dem Vorschlag zustimmen. Die Sitzung ist am 25. Juni.

Der Name Richard Borek ist untrennbar mit der Rekonstruktion der Schlossfassade verbunden, die Quadriga hatte er bauen lassen und der Stadt als Schenkung überlassen. Aber auch Schlossmuseum, die Schülersozialarbeit, das Hospiz (Markurth: „Ein Segen für Braunschweig.“) oder zahlreiche Kunstkäufe für die Museen wären ohne Boreks (finanziellen) Einsatz und den seiner Frau nicht denkbar gewesen.

Eine Selbstverständlichkeit ist es dennoch nicht, dass der SPD-Mann Markurth den konservativen Unternehmer Borek würdigen will. Ausschlaggebend war für Markurth zuletzt die Begegnung mit Richard Borek sen. im Zusammenhang mit dem inklusiven Wohnprojekt St. Leonhard. CJD und die Stiftung Neuerkerode hätten das Projekt allein nicht refinanzieren können. Hier sei Borek eine außergewöhnliche und auch lange währende Verpflichtung eingegangen. Seine Lebensleistung sei aller Ehre Wert, die Verleihung der Ehrenbürgerwürde nicht nur berechtigt, sondern es sei höchste Zeit dafür. Dass sowohl das Schloss als auch die mit der Stadt geschlossenen Verträge zum Teil kritisch gesehen werden, stehe außer Frage.

Erste Reaktionen

Die CDU signalisierte vorbehaltlose Zustimmung. „In der Gegenwart gibt es niemanden, der sich auch nur annähernd vergleichbar und so vielschichtig bürgerschaftlich für unser Braunschweig einsetzt“, schrieb der CDU-Fraktionsvorsitzende Torsten Köster.

In Richtung Ablehnung tendiert die Linksfraktion. Udo Sommerfeld, Fraktionsvorsitzender, bezeichnet die von Borek betriebene „Glorifizierung von Feudalstrukturen“ als Geschichtsklitterung und verweist auf die Rolle der Immobilienfirma bei der Räumung der Grabelandgrundstücke im Holzmoor.

„Der Vorschlag ist absurd“, ließ BIBS-Fraktionsvorsitzender Peter Rosenbaum wissen. Von den mit der Stadt geschlossenen Verträgen hätte Borek vielfach profitiert.
Kritisch äußern sich auch die Grünen, die Verdienste Richard Boreks seien zum Teil sehr umstritten.

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