Lichtblicke in der Ergebniskrise | Neue Braunschweiger
23. Januar 2021
Sport

Lichtblicke in der Ergebniskrise

Basketball-Bundesliga: Nach fünf Niederlagen in Folge treffen die Löwen am Sonntag auf Bamberg

Löwen-Center Gavin Schilling (links, neben Ben Lammers) zeigte im Pokal-Spiel gegen Alba Berlin eine ansprechende Leistung. Foto: imago

Braunschweig. Die Basketball Löwen hatten es zuletzt wirklich nicht leicht, was in fünf verlorenen Spielen hintereinander seinen Niederschlag fand. Beim früheren Serienmeister Brose Bamberg will der Bundesligist am Sonntag (18 Uhr/live bei Magentasport) nun wieder in die Erfolgsspur finden. 

 Nach zehntägiger Corona-Quarantäne und damit verbundener Trainingspause war der Mitteldeutsche BC aus Weißenfels, sonst gewiss nicht unschlagbar, am Donnerstag vor neun Tagen ein beinahe übermächtiger Gegner für die Löwen. In der leeren VW-Halle hieß es am Ende 91:104, nachdem die Braunschweiger zur Pause noch mit 54:49 in Führung gelegen hatten. Den Gastgebern war, unter den vorliegenden Umständen nachvollziehbar, nach der Pause jedoch schlicht der Sprit ausgegangen. „In der zweiten Halbzeit waren wir aber immer eine Sekunde zu spät. Jede Entscheidung war ein bisschen spät, jeder Schritt in der Verteidigung war ein bisschen spät. Wir haben einen Mangel an Trainingseinheiten und das hat man gemerkt“, schilderte Löwen-Trainer Pete Strobl seine Sicht auf die unter normalen Bedingungen sicher vermeidbare Niederlage. 

Strobl sprach weiterhin vom Rhythmus, in den seine Mannschaft nun schnell wieder finden müsse. Am vergangenen Sonntag, nur drei Tage nach der MBC-Partie, schien seine Mannschaft tatsächlich schon wieder zu grooven. Dabei sahen die Vorzeichen im Heimspiel gegen Double-Sieger Alba Berlin gar nicht gut aus: Aufbauspieler Lukas Wank fehlte nach seiner Corona-Infektion weiterhin, auch Scharfschütze Luc van Slooten (Gehirnerschütterung) und US-Spielmacher James Robinson (Handverletzung) mussten zuschauen. Und doch boten die Braunschweiger dem Spitzenteam aus der Bundeshauptstadt, das seinerseits auf den an Covid-19 erkrankten Cheftrainer Aito Reneses verzichten musste, einen großen Kampf. Knapp 50 Sekunden vor Schluss brachte der gut aufgelegte Bazou Koné seine Löwen per Korbleger noch einmal auf vier Punkte heran. Auch wenn die Berliner die Partie am Ende mit 82:76 (51:43) für sich entschieden, sah Strobl in der Leistung „unter diesen Umständen ein Ausrufezeichen“. 

Weniger knapp endete dann die Pokalpartie am Mittwochabend, in der Alba mit 103:63 (46:36) gegen die erneut um Wank und Robinson dezimierten Löwen kurzen Prozess machte. „In der zweiten Hälfte hat uns einfach die Energie gefehlt“, kommentierte Löwen-Center Gavin Schilling, der mit 13 Punkten, 9 Rebounds und 4 Assists eine ordentliche Leistung in Berlin gezeigt hatte. „Wir müssen in der Offense den Ball mehr bewegen“, sah er zudem Verbesserungspotenzial im Spiel seines Teams. 

Lange über die Niederlagen und das Pokal-Aus müssen die Löwen derzeit glücklicherweise nicht grübeln, insgesamt fünf nachzuholende Begegnungen sorgen für einen straffen Spielplan. Und trotz der Niederlagen gab es durchaus Lichtblicke. Bazou Koné etwa, der in den vergangenen Monaten selbst von Verletzungen zurückgeworfen worden war, nutzte die Ausfälle im Löwen-Backcourt und zeigte in den Liga-Partien gegen Weißenfels (21 Punkte) und Berlin (14 Punkte) unverhofft starke Auftritte. 

Ebenso fasste Martin Peterka die Gelegenheit des ausgedünnten Kaders – auch Kostja Mushidi steht ja krankheitsbedingt weiterhin nicht zur Verfügung – beim Schopfe: Der tschechische Nationalspieler, dem in acht Liga-Partien zuvor insgesamt nur 30 Punkte gelungen waren, explodierte gegen den MBC mit 16 Punkten geradezu. In Berlin am Mittwoch bestätigte er mit 13 Zählern (3/3 Dreier) seine aufsteigende Form. Und Garai Zeeb, der in Strobls Rotation eigentlich nur noch zu Kurzeinsätzen gekommen war, bewies mit fünf Punkten und sechs Assists im Heimspiel gegen Berlin seinen Wert im Spielaufbau. 

Als Tabellenzwölfter treffen die Löwen am Sonntag auf die direkt vor ihnen stehenden Bamberger, die zwei Punkte mehr auf dem Konto, aber auch drei Liga-Spiele mehr absolviert haben. Am Mittwoch (19 Uhr) besuchen dann die Baskets Bonn (Platz 15) die VW-Halle. 

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