Liebe Leute... | Neue Braunschweiger
8. Februar 2020
Menschen

Liebe Leute…

Unterwegs mit NB-Redaktionsleiterin Ingeborg Obi-Preuß

Schick und elegant von Kopf bis Fuß: Carsten Graf (PSD-Bank) mit Ehefrau Cordula Pichler-Graf und Tochter Clarina, die übrigens in Köln geboren wurde und somit den Karneval schon in die berühmte Wiege gelegt bekam. Fotos (10): Ingeborg Obi-Preuß

„Ich habe es Ihnen schon einmal erklärt, dies ist keine Kostümsitzung, sondern eine Prunksitzung“, sagt Carsten Graff ein wenig streng. Beim Empfang für Tanja Schumann, die an diesem Abend den Till-Orden verliehen bekommt, ist der als „singender Bankdirektor“ berühmte PSD-Vorstandsmann im schicken Anzug erschienen, seine Frau, Cordula Pichler-Graf, im eleganten Kleid. Da loose ich in meinem Hippiehemd ein wenig ab. Aber zu meinem Glück haben auch andere den Unterschied nicht ganz verstanden. Susanne Markurth kommt im dramatischen Schwarz mit Perücke und Hörnern – ich atme auf, die Kostümierten werden immer mehr.

Diese beiden zauberhaften Wesen haben nicht nur die Haare schön: Susanne Markurth begrüßt Anette Ihbe.

Ungeschickt stoße ich mit meinen Flatterärmeln ein Sektglas um und treffe einen Mann im kunterbunten Anzug. Stefan Burmeister, erfahre ich, der Ehemann von Tanja Schumann. 2003 haben sich die beiden bei „Porsche on the Beach“ in Hamburg kennengelernt – und direkt wieder aus den Augen verloren. Aber eben nicht aus dem Sinn. „Kannst du mal fragen, ob ich Tanja anrufen darf?“, hat es Stefan über einen gemeinsam Freund probiert. Mit Erfolg. Ein offensichtlich glückliches Paar.

Wobei nicht alle automatisch einen Partner für Karnevalssitzungen an ihrer Seite haben. Florian Battermann beispielsweise „musste“ an diesem Abend quasi zwangsläufig kommen, denn Tanja Schumann stand gerade erst in seiner Altstadtkomödie auf der Bühne, der Chef hält natürlich die Laudatio. „Ich habe meine rechte Hand zwangsverpflichtet“, lacht Battermann und nimmt Jenny Grefe, seine stellvertretende künstlerische Leiterin, in den Arm.

Florian Battermann, von der Komödie am Altstadtmarkt, ist eher Neu-Karnevalfan. „Seine“ Schauspielerin Tanja Schumann bekommt den Till-Orden, er hält die Laudatio. Als Begleitung springt im seine „rechte Hand“, Jenny Grefe, zur Seite.

Ob BZ-Chefredakteur Armin Maus seinen Sohn David überreden musste, ist nicht überliefert, meine Freundin Katja Buhlmann erbarmte sich mit den Worten „Ingeborg, für dich tue ich fast alles.“ Dafür haben wir beim Empfang aber auch sofort Prinz Rajko I. an unserer Seite, der uns einen wunderbaren Orden um den Hals hängt. Herz, was willst du mehr.

Das steht ihm aber wirklich gut: Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung, mit Sohn David.

 

Große Ehre: Prinz Rajko I. (Srdjan Rajkovic) hat Ingeborg Obi-Preuß (NB) einen Orden verliehen.

Die Nacht ist kurz, am nächsten Morgen steht „Braunkohlwanderung mit der Kaufmännischen Union“ auf dem Programm. Fast 130 Menschen stehen schon vor dem Schweizer Haus, als wir ankommen, ein erster Schnaps (oder ein Kaffee) wird von Inhaberin Gesa Kroll persönlich serviert. Dann starten wir mit Kind, Hund und Kegel, quer durch die Felder bis zum Tierpark Esshof. Inhaber Gregor Wilhelm begrüßt und lädt uns ein, bei der Fütterung der Nutria dabei zu sein. Trotz des Regens sind wir begeistert von dem schönen Gelände, fast alle sagen, „wir kommen bald wieder.“

Die Kaufmännische Union lädt zur Braunkohlwanderung ein, fast 130 Menschen treffen sich vor dem Schweizer Haus.

 

Etappenziel Tierpark Essehof: Inhaber Gregor Wilhelm, rechts) und Unions-Schatzmeister Wolfgang Wichmann.

Auf dem (kürzeren) Rückweg komme ich mit Adalbert Wandt ins Gespräch. Beim Thema Karneval erzählt er mir von seinem ersten Auftritt als Prinz Adalbert I. in den frühen 60er Jahren. „Ich war ein Kind, aber erinnere mich genau an meine Prinzessin“, sagt er, „Gisela I. wollte nicht küssen.“ Ein Trauma.

Svenja Bröckling (Öffentliche Versicherung) dagegen erzählt auf der Wanderung von ihrer neue Liebe, dem Harz. „Wir haben uns einen Wanderpass besorgt“, erzählt sie, „wir sind echte Harzfans.“

Das Schweizer Haus erwartet die hungrige und durchgeregnete Meute mit einem tadellosen Empfang: die Biere sind groß, die Bregenwurst reichlich, der Braunkohl super. Und das Nachtischbuffet jede Sünde wert.

Super organisiert: Sascha Harland, Vizepräsident Verein Kaufmännische Union, prostet seinen Gästen zu.

Die nächste (Kalorien-) Sünde wartet bei Olaf Jaeschke. Der Galerist hat zur Grundsteinlegung auf dem Gelände der ehemaligen Roselieskaserne eingeladen, und da bei Olaf nie ein Gast hungrig bleibt, hat er Fleischerei Schwieger gebeten, einen Grill anzuschmeißen. „Hier gibt es immer alles frisch und regional“, schwärmt Jaeschke und greift zur ersten Bratwurst.

„Auf einem Bein kann man nicht stehen“, erklärt Wilhelm Schmidt, der Reiseunternehmer hat die zweite Bratwurst in der Hand. Auch Bundestagsabgeordneter Carsten Müller holt sich Nachschub, zwangsläufig kommt das Thema am Tisch auf die Kalorien: „Mir ist das Essen vom Sicherheitsdienst vorgeschrieben worden“, sagt Müller und beißt genussvoll in die Wurst, „dicke Menschen werden seltener entführt und mögliche Schüsse bleiben stecken.“ Na dann, wenn das kein Grund ist.

Im Zweifel lieber eine Bratwurst mehr: Carsten Müller und Wilhelm Schmidt sind sich einig.

„Eine gute Allianz, ein mutiges Projekt“, hat Oberbürgermeister Ulrich Markurth (vor der Bratwurst) das Mehrgenerationenhaus gelobt, und sprach von über 50 Prozent Singlehaushalten in Braunschweig. „Allein sein ist ok, aber einsam sein nicht“, beschrieb er die Aufgabe.

Ein Beispiel mit Kita, Büroräumen und Wohnungen unter einem Dach will das Projekt sein. Natürlich barrierefrei. „Da habe ich auch an meine Mutter gedacht“, sagte Olaf Jaeschke. Die 86-jährige Karin Jaeschke konnte darüber nur lachen. Sie ist fit wie der berühmte Turnschuh, bei der Grundsteinlegung natürlich dabei und hat auch die Prunksitzung, von der wir alle noch ein wenig müde sind, prächtig überstanden.

Beneidenswert fit, jung und gut gelaunt: Werbefachmann Hellmut Ulrich mit Karin Jaeschke.

Auch interessant