Liebens- und sehenswert: Porto

Gut zu Fuß und mit Muße für viele gemütliche Pausen – so lässt sich die Stadt prima entdecken

Die Ponte Dom Luis I überspannt den Duoro. Foto: Stefanie Druschke

Schon zum dritten Mal an diesem Nachmittag: Am Nachbartisch scheppert es, der Inhalt der Biergläser ergießt sich quer über den Tisch und so schnell wie der „Angriff“ aus dem Nichts kam, ist er auch schon wieder vorbei. Die Kellnerin schüttelt schmunzelnd den Kopf. Gerade hatte sie die Gäste doch noch gewarnt, als sie die Tapas sowie Oliven, Käse und Chorizo servierte – die Möwen holen sich hier ganz selbstverständlich das, was sie als ihren Anteil betrachten…

Wir sitzen im Café do Cais, direkt am Ufer des Duoro in Porto. Die Küstenstadt liegt im Nordwesten Portugals und gilt unter Städtereisenden derzeit noch als Geheimtipp und das ist auch gut so. Während Lissabon schon sehr überlaufen ist, kann man die Hafenstadt an der Atlantikküste noch ganz gemütlich entdecken.
Am besten lässt sich das zu Fuß bewerkstelligen – das hat den Vorteil, dass man reichlich Kalorien verbraucht und immer dann, wenn einem der Sinn danach steht, ohne schlechtes Gewissen auf einen „Bica“ (die portugiesische Espresso-Variante) und ein Pasteis de Nata (Vanille-Törtchen), ein Superbock-Bier oder eine Sangria in eine der vielen urigen Bars und Cafés einkehren kann.

Kleine Gassen und Treppen ziehen sich kreuz und quer durch die historische Altstadt, das Ribeira-Viertel. In Porto gilt es, sich jede Straße tapfer zu „erlaufen“ – es geht immer schön bergauf und bergab. Als Belohnung gibt es tolle Ausblicke. Die Orientierung geht dabei schnell mal verloren, das macht aber nichts, denn Portos Innenstadt ist nicht besonders groß und man findet sich schnell wieder zurecht. Ein guter Orientierungspunkt ist der Kirchturm Torre dos Clérigos, der als Wahrzeichen von Porto gilt.

Wenn es ums Essen geht, kommt man in Porto um eines nicht herum: Francesinha, ein Sandwich der ganz besonders schrägen Art. Dazu wird Weißbrot mit drei Sorten Fleisch belegt, mit Käse und Ei überbacken und dann üppig mit einer Tomaten-, Bier-, Senfsoße übergossen und mit Pommes garniert. Mein Fazit: Als Porto-Tourist ruhig drauf einlassen und probieren, aber mein Lieblingsessen wird’s nicht.

Wer Porto besucht, sollte es auf keinen Fall verpassen, sich auch dem Portwein zu widmen. Entlang der Promenade von Vila Nova de Gaia, was direkt gegenüber von Porto am anderen Ufer des Duoro liegt, finden sich dicht beieinander alle großen Portweinhäuser. Bei vielen lassen sich die Weinkeller besichtigen – dabei unbedingt eine Portweinprobe mitmachen: Es lohnt sich.

Von Gaia aus führt eine Seilbahn in fünfminütiger Fahrt hinauf zum Jardim do Morro. Der kleine Park liegt neben dem ehemaligen Kloster Mosteiro da Serra do Pilar. Von hier aus eröffnet sich ein fantastischer Blick auf Porto.
Ebenso wie von der Ponte Dom Luis I. Die schmiedeeiserne Bogenbrücke wurde 1886 errichtet und war seinerzeit die längste Bogenbrücke ihrer Zeit. Rund 60 Meter über dem Fluss, den sie überspannt, eröffnet sich Portos Schönheit in allen Facetten: die bunten Boote auf dem Douro, die mehrstöckigen Ebenen der Altstadt und die traditionellen Portweinlager Portos.

Sollte man sich nicht entgehen lassen: eine Portweinprobe in Vila Nova de Gaia. Foto: Stefanie Druschke
Verwunschen: Die Jardins do Palacio de Cristal hoch über Porto. Foto: Stefanie Druschke
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