Liebestoll, frivol und cool

Im Theaterprojekt „Der Gockel“ der Komödien-Freunde zeigen Schüler ihr Können

Janina Lisa Meyer als Lucienne und Henry Walczyk als Frauenheld Redillon in „Der Gockel“.  Foto: Isabel Kobus

Östliches Ringgebiet. Liebestolle Machos, intrigante Verführerinnen und allerhand Wirrungen: Jugendliche aus Braunschweiger Schulen haben mehr als ein Jahr lang für das Komödienprojekt „Der Gockel“ geprobt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – noch am Donnerstag (25. Oktober) und Samstag (27. Oktober) jeweils um 19 Uhr im Theatersaal Lindenhof, Kasernenstraße 20.

Erleichterung nach der Premiere, zu der Angehörige und Förderer eingeladen waren: „Die erste Aufführung ist etwas ganz Besonderes“, sagt Ole Preußer. Mit Energie und Witz spielt er den Casanova Pontagnac, der die verheiratete Lucienne anbaggert – die nur mit ihm schlafen will, wenn er einen Beweis für die Untreue ihres Mannes liefert. Das führt zu einem Verwirrspiel, in das noch diverse andere schräge Charaktere hineingezogen werden. Und das für jede Menge Lacher sorgt. Nicht nur wegen der witzigen Dialoge des 1896 geschriebenen Stücks, das die Inszenierung geschickt an unsere Zeit anpasst – sondern vor allem wegen der beeindruckenden Leistung der jungen Schauspieler. Da sitzt jede Pointe. Mimik, Gestik und Timing sind perfekt, und bei aller Professionalität ist die Freude am Spiel in jeder Szene zu spüren.
„Der Gockel“ ist das dritte Schülertheaterprojekt der Komödien-Freunde Braunschweig. Der Förderverein der Komödie am Altstadtmarkt will damit Schülern die Möglichkeit zum Theaterspiel in professionellem Rahmen eröffnen – und ihre sozialen Kompetenzen fördern. „Was sich hier sozial abspielt, das werden die Schüler ihr Leben lang nicht vergessen“, sagt Regisseur Wolfram Pfäffle.

Zwölf junge Menschen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren spielen beim „Gockel“ mit. Ausgewählt durch ein Casting, das im Frühjahr 2017 an Braunschweiger Schulen bekanntgegeben wurde. Was folgte, war harte Arbeit. „Ich behandle die Schüler wie Profis“, sagt Pfäffle. Schauspielerin Mona Röttger weiß das zu schätzen: „Wir haben gelernt, ehrlicher zu sein, Kritik zu üben und aus Kritik zu lernen“, sagt sie. Und Paula Schrader, die im Stück als liebestolle Maggy mit frivoler Coolness überzeugt, fasst zusammen: „Wir sind daran gewachsen.“

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