Lions gewinnen erneut den Eurobowl

Football: In einem offenen Spiel gewinnen die Braunschweiger 20:19 gegen Frankfurt Universe

MVP des Spiels: Quarterback Jadrian Clark mit seinen Quarterbackkollegen. Foto: Fabian Uebe

Braunschweig, 13. Juni.

In einem packenden Endspiel haben die New Yorker Lions am Samstag den vierten Eurobowl in Folge gewonnen. Mit dem 20:19-Sieg gegen Frankfurt Universe holten sich die Braunschweiger den Titel zum insgesamt sechsten Mal und sind damit nicht mehr nur Deutscher Rekordmeister, sondern auch auf europäischer Ebene alleiniger Rekordhalter.
Auf dem Weg dahin stand das bisher schwerste Spiel der Saison im Weg, das erst 50 Sekunden vor Ende entschieden wurde. Am Ende machten die Extrapunkte den Unterschied aus.
Beide Mannschaften begegneten sich vor mehr als 3000 Zuschauern in Frankfurt auf Augenhöhe – zunächst allerdings nicht für lange. Nach rund zehn Minuten im ersten Viertel musste das Spiel aufgrund eines Unwetters für mehr als anderthalb Stunden unterbrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt führten die Lions bereits mit 7:0. Quarterback Jadrian Clark bediente mit einem kurzen Pass Niklas Römer, der einen starken Auftaktdrive erfolgreich beendete. Dem ausgiebigen Dauerregen folgend, entwickelte sich ein offenes Spiel.
Das Wetter erinnerte stark an den letztjährigen German Bowl, als sich die Lions gegen die Unicorns bei schlechtem Wetter viele Fehler erlaubten. Bei den widrigen Bedingungen in Frankfurt dauerte es bis kurz vor der Pause, ehe die nächsten Punkte aufs Scoreboard kamen. Ballträger Justin Rodney lief für Universe zunächst über 50 Yards direkt durch die Mitte zum 6:7 – der Extrapunkt-Versuch scheiterte allerdings.
Doch nur Sekunden weniger profitierten die Frankfurter von einem Fehler Clarks. Der Quarterback warf eine Interception, Kweishi Brown trug den Ball über erneut rund 50 Yards in die Lions-Endzone zur 13:7-Führung für Universe. Die Chance mit einem Versuch für zwei Extrapunkte den Faupax von zuvor auszugleichen blieb aber ungenutzt. Statt den Ball durch die Torstangen zu schießen, muss für zwei Punkte der Ball erneut in die Endzone getragen werden. Dies gelang aber nicht und so fehlten Universe zwei Punkte, was sich noch bitter rächen sollte.
Nach der Pause dann kam es jedoch zunächst noch dicker für die Lions. Der erst kurz vorher in Frankfurt eingetroffen US-Spielmacher Andrew Elffers konnte mit einer starken Aktion den Druck der Lions-Abwehr abfangen und fand mit David Giron Jansa eine Anspielstation zur 19:7-Führung in der Mitte des dritten Viertels.
Es folgte eine starke Aufholjagd der Braunschweiger, die nach dem Hallo-Wach-Erlebnis fokussiert und stabil in der Abwehr standen. Mehr Punkte ließen sie nicht zu. Der Angriff derweil verkürzte zunächst durch einen Ein-Yard-Lauf von David McCants noch im dritten Viertel auf 14:19.
Fünf Minuten vor Spielende holten sich die Lions dann schließlich die Führung zurück. Clark lief über einen Yard für den dritten Touchdown und die 20:19-Führung. Auch der Titelverteidiger versuchte sich jetzt an dem schweren Unterfangen für zwei Extrapunkte, um einen Drei-Punkte-Vorsprung zu gewinnen und so bei einem möglichen Fieldgoal der Frankfurter eine Verlängerung zu erzwingen.
Weil dies jedoch nicht gelang, wurde es noch mal richtig spannend: Tatsächlich kämpfte sich Universe in Fieldgoal-Reichweite, doch der Versuch aus 33 Yards ging knapp links an den Torstangen vorbei. Und der Lions-Jubel kannte angesichts des harten Kampfes keine Grenzen.

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