Lob der Ministerin: Vorbildlich und flexibel reagiert | Neue Braunschweiger
10. April 2020
Gesundheit

Lob der Ministerin: Vorbildlich und flexibel reagiert

Ministerin Dr. Carola Reimann zu Besuch im Corona-Diagnostikzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN)

Dr. Carola Reimann, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, mit Dr. Thorsten Kleinschmidt, Vorsitzendem des Bezirksausschusses, und Amina Redzepi. Foto: Ingeborg Obi-Preuß

Innenstadt. Ortstermin in ihrer Heimatstadt: Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann hat sich die Arbeit am Corona-Drive-In angeschaut und von den Mitarbeitern berichten lassen, wie es läuft. Mit dem nötigen Abstand natürlich.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat wenige Tage nach Auftreten der ersten Verdachtsfälle Coronatestzentren eröffnet, in Braunschweig ist es seit dem 9. März in Aktion.

„Es ist nicht in allen Bundesländern selbstverständlich, dass die Organisation so gut klappt“, lobte die Ministerin, „hier wurden sehr zügig Strukturen aus dem Boden gestampft, die vorbildlich sind, die Flexibilität, die Sie hier zeigen, ist beispielhaft.“

Dr. Thorsten Kleinschmidt, Vorsitzender des KVN-Bezirksausschusses nahm das Lob dankend für sich und sein Team an: „Dafür ist Selbstverwaltung da, wir haben in kürzester Zeit funktionierende Strukturen aufgebaut und damit unsere Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt“, freute er sich.

Nach seinem Aufruf haben sich fast 40 Ärzte sofort gemeldet, die jetzt gemeinsam mit weiterem medizinischen Personal ihren Dienst leisten: Am Drive-In, in den mobilen Einsatzwagen, oder im sogenannten Meldekopf für die gesamte Region.

Rund 50 bis 80 Menschen kommen täglich mit dem Fahrzeug an dem kleinen Zelt An der Petristraße vorgefahren.

Beim Ortstermin der Ministerin ist der Mediziner Felix Schreck im Dienst. Eingehüllt in einen Schutzanzug begrüßt er jeden Fahrer freundlich durch das offenen Fenster. Zunächst überprüft der Arzt, ob die Daten auf seinem Teströhrchen tatsächlich mit der Person vor ihm übereinstimmen. „Und jetzt bitte den Mund weit aufmachen“, sagt Schreck und macht den Abstrich. Dann gibt es noch wichtige Ratschläge mit auf den Weg. „Ich erkläre die Hygienehinweise noch einmal sehr genau“, sagt Schreck, „das haben zwar alle schon zig Mal gehört, aber man kann es nicht oft genug wiederholen“, betont er.

Der Mediziner Felix Schreck im Einsatz am Corona-Drive-In An der Petrikirche. Foto: Ingeborg Obi-Preuß

2305 Abstriche sind durchgeführt worden (Stand 7. April), berichtet Dr. Thorsten Kleinschmidt, durchschnittlich 77 am Tag. Einige Landkreise in der Region würden aber auch zusätzlich in Eigenregie Tests durchführen. Diese kämen bei der Gesamtzahl hinzu.

Jeder, der von seinem Hausarzt zum Testen geschickt wird, hat grundsätzlich die Wahl zwischen dem Drive-In und dem „Besuch“ durch das mobile Team. Die Terminvergabe wird von fünf Medizinstudenten koordiniert, die sich freiwillig gemeldet haben. „Sie führen diese Arbeit ausgesprochen vorbildlich und gewissenhaft aus“, sagt Stefan Hofmann, Geschäftsführer der KVN Bezirk Braunschweig.

„Wer sich noch einigermaßen gut fühlt, sollte möglichst die Drive-In-Variante nutzen, das spart Zeit und Ressourcen, denn in den drei bis vier mobilen Teams muss immer auch ein Arzt mitfahren, der dann woanders fehlt“, betont Kleinschmidt.

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