„Lock-down macht einen Vergleich schwierig“ | Neue Braunschweiger
11. Oktober 2020
Politik

„Lock-down macht einen Vergleich schwierig“

8,7 Prozent weniger Besucherbewegungen: Stadtmarketing legt Frequenzmessungen über zwölf Monate vor

November bis Februar waren starke Monate in der Innenstadt – dann kam Corona. Foto: Stadtmarketing Braunschweig GmbH

Innenstadt (bw). Wie wirkt sich Corona auf die Innenstadt aus? Das Stadtmarketing legte jetzt die neuesten Zahlen der Frequenzmessung vor. Abgebildet wird die Entwicklung von September 2019 bis August 2020 im Vergleich zu gleichen Zeitraum 2018/2019.

Das Ergebnis: Insgesamt zählten die Messgeräte an Damm, Hutfiltern, Langer Hof, Schuhstraße, Poststraße und Sack 36 Millionen Frequenzen und damit knapp 8,7 Prozent weniger Besucherbewegungen als im Vorjahreszeitraum – eine direkte Folge der Corona-Pandemie.

Starker Jahreswechsel

Ein starker Jahreswechsel von November bis Februar sorgte noch für Gewinne bei den Frequenzen, mit der Corona-Pandemie folgten dann aber herbe Verluste im Jahresvergleich der Frequenzen in der Braunschweiger Innenstadt.

„Das Vergleichsjahr hat gut begonnen. Bis Ende Februar haben wir rund vier Prozent mehr Frequenzen als im Vorjahreszeitraum messen können“, erklärt Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Stadtmarketing GmbH. „Der Lockdown im März und die schrittweisen Lockerungen machen einen Gesamtvergleich aber natürlich schwierig.“

Schlechtester Monat: April

Im Vergleich mit dem Vorjahr haben die Monate März bis Juni insgesamt rund 34 Prozent verloren, am schlimmsten betroffen war der April mit einem Verlust von mehr als 61 Prozent. Zudem fehlen die Effekte der sonst zahlreichen Veranstaltungen in der Braunschweiger Innenstadt, von denen noch immer viele ausfallen.
Auch die Abend- und Wochenendfrequenzen sind nach wie vor von den Auswirkungen des eingeschränkten Betriebs in der Gastronomie und im Club- und Kulturbereich betroffen, während sich die Besucherbewegungen während der Öffnungszeiten von 10 bis 20 Uhr deutlich schneller wieder dem Vorjahresniveau annäherten. Insgesamt erreichten die Frequenzen erstmals im Juli wieder das Vorjahresniveau. „Die schnelle Erholung nach den massiven Frequenzeinbußen durch die Corona-Pandemie ist ein gutes Zeichen und unterstreicht die Wirkung unserer Maßnahmen wie das „Stadtsommervergnügen“, das gemeinsam mit dem Schaustellerverband durchgeführt wurde“, so Leppa.

Frequenzmessung

Seit Ende September 2016 erfasst das Stadtmarketing, unterstützt durch den Arbeitsausschuss Innenstadt (AAI) und die Schloss-Arkaden, die Frequenzen in der Innenstadt an sechs Standorten digital.
Seit Ende März 2019 ergänzt ein Lasergerät in der Neuen Straße die Messungen. Dessen Aufzeichnungen sind aber aufgrund der nicht vollständigen Vergleichsdaten noch nicht in die Auswertung eingeflossen.
Das Stadtmarketing nutzt die Technik der LASE PeCo Systemtechnik GmbH. Mit der lasergesteuerten Technik lassen sich rund um die Uhr nahezu echtzeitbasierte Daten erfassen. Dabei werden Besucher, die mehrere Messpunkte passieren, mehrfach gezählt, sodass der Frequenzbegriff nicht mit der Besucheranzahl gleichzusetzen ist.

Die Technik ist gesundheitlich unschädlich und da das Messverfahren keine personenbezogenen Daten erhebt, ist sie auch datenschutzrechtlich unbedenklich.
Seit April 2019 sind die Messdaten öffentlich einsehbar unter www.hystreet.com.

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