Löwen beißen sich in die 2. Liga | Neue Braunschweiger
3. Juli 2020
Sport

Löwen beißen sich in die 2. Liga

Eintracht steigt nach dramatischem Spieltag auf – Heute Saisonfinale in Meppen

Die Mannschaft von Eintracht Braunschweig nach dem Aufstieg in die 2.Liga. Foto: Imago/Hübner

Braunschweig. Den Aufstieg kann ihnen keiner mehr nehmen! Vor dem Saisonfinale beim SV Meppen (Samstag 14 Uhr) kann die Elf von Marco Antwerpen nicht mehr von der Spitze gedrängt werden.

Und Braunschweigs Fußballgeschichte ist um ein weiteres Erfolgskapitel reicher! Nach einem nervenaufreibenden 3:2-Erfolg gegen Waldhof Mannheim kann Eintracht einen Spieltag vor Saisonende den Aufstieg in die 2. Liga feiern.

Vorangegangen waren 94 Minuten pure Dramatik und eine „Nachspielzeit“ der besonderen Art. Die Niederlagen der Konkurrenz aus Ingolstadt und Würzburg hatten der Elf von Marco Antwerpen bereits bei Abpfiff im Eintracht-Stadion wichtige Schützenhilfe in Sachen Aufstieg geleistet.
Doch erst nach sieben weiteren Minuten des Bangens sorgte der Last-Minute-Ausgleich des FC Bayern gegen den MSV Duisburg dafür, dass Eintracht nun entspannt ins letzte Spiel gehen kann. „Das ist der größte Erfolg meiner Karriere“, war Coach Antwerpen nach Abpfiff glücklich, das Team seit dem Re-Start mit einer beeindruckenden Serie nach zweijähriger Abwesenheit zurück in die zweite Liga geführt zu haben.

Die Löwen fanden im letzten Heimspiel der Saison gut in die Partie und gingen durch Martin Kobylanski nach feiner Vorarbeit von Merveille Biankadi in Führung (4.). Der Ausgleich von Waldhof-Verteidiger Gerrit Gohlke (13.) schockte die Antwerpen-Elf dann zwar kurz, kurz vor der Pause gelang den Blau-Gelben durch einen schönen Kopfball von Manuel Schwenk nach Vorarbeit von Marc Pfitzner aber die erneute Führung.
Zum Aufstieg hätte dieses Resultat aber noch nicht gereicht, da der MSV Duisburg zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 bei der Zweitvertretung des FC Bayern führte und Schlagdistanz zu Eintracht besaß . Nach dem von starken Regenfällen begleiteten Wiederanpfiff wurde es schnell dramatisch: Zunächst leistete Viktoria Köln mit dem Führungstreffer gegen die Würzburger Kickers den Blau-Gelben Schützenhilfe (55.), doch die Löwen kassierten nach einer Unachtsamkeit den Ausgleichstreffer durch Valmir Sulejmani (58.). Dies war umso ärgerlicher, weil zwei Minuten später auch der 1. FC Magdeburg in Ingolstadt führte, und damit ein weitere Konkurrent ins Hintertreffen geriet.

Happy End mit Regenbogen

Als es in der 67. Minute aufhörte zu regnen, die ersten Sonnenstrahlen auf die Südkurve fielen und ein Regenbogen hinter der Gegengerade aufzog, schien ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen. Nach einer zu kurzen Kopfballabwehr traf Kobylanski (73.) per Direktabnahme zur abermaligen Führung, die die Löwen mit enormer Willenskraft auch über die Zeit retten konnten. Nach Abpfiff sanken die Eintracht-Spieler im weiten Rund des fast leeren Eintracht-Stadions erleichtert auf den Rasen – Hausaufgaben erledigt!

Da sowohl Würzburg und Ingolstadt ihre Spiele verloren hatten, standen dem direkten Aufstieg an diesem Abend aber noch die Duisburger im Weg, die zu diesem Zeitpunkt mit 2:1 gegen die Bayern führten. Aufgrund der verspäteten Anstoßzeit waren in München inklusive Nachspielzeit aber noch sieben Minuten zu absolvieren und als die laufende Begegnung auf der Anzeigetafel des Eintracht-Stadions erschien, versammelten sich die Spieler wie auf Kommando vor der Südkurve und blickten gebannt nach oben.

Dann traf der Münchner Leon Dajaku in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 und ließ die Eintracht-Profis in Jubelstürme ausbrechen. Als der Aufstieg mit dem Abpfiff in München wenige Augenblicke später Realität wurde, gab es endgültig kein Halten mehr!

Tränen der Freude

Tränen der Freude und Erleichterung flossen bei Trainer und Mannschaft, die sich im weiten Rund zu einer Jubeltraube zusammenfanden und den Aufstieg schon auf dem Platz feuchtfröhlich begossen. Anschließend zeigte sich die Mannschaft von der Haupttribüne aus den mehreren hundert Fans, die vor den Stadiontoren gewartet hatten, und sich verständlicherweise schwer taten, ihre Emotionen untereinander coronagerecht zu kanalisieren.

Mit Pfitze & Co. wurden minutenlang Sprechchöre auf den unglaublichen Erfolg angestimmt, den vor der Corona-Pause wohl kaum jemand für möglich gehalten hätte. Nachdem sich die Mannschaft in die Katakomben zurückgezogen hatte, machten sich die Fans auf den Weg in die Innenstadt, um am Bohlweg und im Magniviertel eine lange Partynacht einzuleiten.

 

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