29. April 2021
Sport

Löwen droht der Verlust ihrer deutschen Stars

Auch der Verbleib von Cheftrainer Pete Strobl bei den Bundesliga-Basketballern ist ungewiss

Pete Strobl (links) und Center Gavin Schilling. Foto: regios24

Braunschweig. Mit ihrem Nachwuchskonzept haben die Basketball Löwen viel Sympathie geerntet. Doch die Fortschritte ihrer deutschen Talente könnten im Sommer zum Bumerang werden: Mit Karim Jallow, Lukas Meisner und Gavin Schilling könnten gleich drei Säulen das Team von Trainer Pete Strobl verlassen.

Geschäftsführer Nils Mittmann warnte am Mittwoch in einem Interview mit der Braunschweiger Zeitung, dass ein „Ausverkauf“ drohe. „Es wäre schon ein großer Erfolg, wenn wir einen der drei Spieler halten könnten“, sagte der Stöckheimer über das oben genannte Trio. Eine Aussage, die verwundert, wenn man bedenkt, dass zwei der drei Spieler, nämlich Jallow und Meisner, für die kommende Saison noch unter Vertrag stehen.

Die NB hakte bei Mittmann nach. „Völlig unabhängig von einem Arbeitspapier ist es unsere Meinung und Verpflichtung, mit den Spielern vernünftig umzugehen und zu schauen, was ihre nächsten und richtigen Karriereschritte sind“, erläutert der Sportdirektor. Wenn ein Spieler den nächsten Schritt machen wolle und diesen nicht in Braunschweig sähe, würde er sich sehr schwertun, dagegen zu argumentieren. „Wenn ich ihn nicht umstimmen kann, fehlt für mich die Basis für eine weitere Zusammenarbeit“, so Mittmann weiter. Hohe sportliche Ziele oder die Teilnahme an europäischen Wettbewerben könnten die Löwen derzeit noch nicht bieten. Vom großen Geld ganz zu schweigen.

Wenn ein Spieler die Löwen also vorzeitig verlassen wolle, „müssen wir das entsprechend vergütet bekommen“, stellt Mittmann jedoch klar. Deshalb würden die Verträge so gestaltet, dass im Falle eines Abschieds vor Vertragsende Ablösesummen fällig wären. Der Geschäftsführer des Bundesligisten spricht in diesem Zusammenhang von einem neuen „Geschäftsmodell“ für die Talentschmiede, die finanziell nicht auf Rosen gebettet ist.

Weil wirtschaftlich noch keine Planungssicherheit herrsche – mit Hauptsponsor Volkswagen, dessen Vertrag ausläuft, sei man noch in Gesprächen –, gibt es auch noch keine Klarheit, ob Coach Strobl, dessen Kontrakt ebenfalls endet und der auch von anderen Klubs umworben werde, in Braunschweig bleibt. „Wir werden uns nach Saisonende zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen“, erklärt Mittmann.
Am Sonntag (15 Uhr) empfangen die Löwen im letzten Heimspiel der Saison den Tabellenachten aus Bamberg.

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