Löwen erwägen Kooperation mit Hannover | Neue Braunschweiger
8. Mai 2020
Sport

Löwen erwägen Kooperation mit Hannover

Basketball: Bei der Talentförderung will sich der Bundesligist nicht von Emotionen leiten lassen

Geht Löwen-Center Jannik Göttsche in der kommenden Saison auch für Langenhagen auf Punktejagd? Foto: BestPixels.de

Braunschweig. Auch wenn die Bundesliga-Saison für die Löwen beendet ist, mangelt es in Braunschweig nicht an spannenden Basketball-Themen. Das derzeit laufende Crowdfunding (fairplaid.org/basketballloewen) oder die Zusammenstellung eines neuen Kaders in ungewissen Zeiten etwa. Und dann ist da noch die Suche nach neuen Partnern im Nachwuchsbereich.

Nach dem Abstieg der Herzöge Wolfenbüttel aus der 2. Liga ProB beendeten die Löwen die Doppellizenz-Kooperation mit den Lessingstädtern im Sommer 2019. Im Jugendsektor überwarf man sich im Laufe des vergangenen Jahres mit der SG Braunschweig, dem traditionellen Unterbau des Erstligisten.

Wie soll es also weitergehen? „Wir reden mit Wolfenbüttel und mit Langenhagen“, beschreibt Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt den Stand der Partnersuche. In Langenhagen ist der Regionalligist MTB Baskets Hannover zu Hause, der von Benjamin Travnizek, ehemaliger Coach von Junior-Löwen und SG Braunschweig, trainiert wird.
Als das Braunschweiger Sportblog „Löwenrunde“ vor kurzem über die Gespräche mit den Hannoveranern berichtete, sorgte dies im Netz für Entrüstung. Die Meinung des Blogs, mit Klubs aus Hannover zu kooperieren sei „ein absolutes No-Go“, teilten offenbar viele der Kommentierenden.

Aber gibt es diese im Fußball tief verwurzelte Abneigung gegen die Landeshauptstadt überhaupt im Braunschweiger Basketball, wo die Hannoveraner Oliver Braun und Stephen Arigbabu zu den ganz großen Helden der Erstliga-Historie gehören? „Solche Themen sind sensibel zu behandeln. Ich selber komme aus der Kölner Region, da gibt es so etwas mit Köln und Düsseldorf“, kennt Schmidt die Gesetze sportlicher Rivalität sehr wohl. Doch der Löwen-Manager wählt einen pragmatischeren Ansatz: „Wir sind ein professioneller Sportverein und müssen schauen, wo im Umkreis die besten Strukturen sind, mit denen wir zusammenarbeiten können. Und an so eine Angelegenheit gehe ich ganz rational und professionell ran und lasse mich nicht von irgendwelchen Emotionen leiten.“

Gerüchte von einem späteren Verkauf der Bundesliga-Lizenz von Braunschweig nach Hannover bezeichnet Schmidt als „kompletten Unsinn“. „Wenn wir mit Hannover zusammenarbeiten würden, ginge es darum, unseren Doppellizenz-Spielern eine optimale Ausbildungsmöglichkeit zu geben. Um nichts anderes“, stellt der 34-Jährige klar.

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