Löwen-Offensive stockt in Heidenheim | Neue Braunschweiger
23. September 2020
Sport

Löwen-Offensive stockt in Heidenheim

0:2-Niederlage zum Auftakt ärgert Eintracht-Trainer Meyer – Felix Kroos debütiert in Blau-Gelb

Patrick Schmidt verwandelt für den 1. FC Heidenheim einen Elfmeter zum 1:0. Foto: Eduard Martin / imago images

Braunschweig. Nach einem sensationellen Pokalsieg gegen Hertha BSC sind die Löwen zum Punktspielstart im rauen Zweitligaalltag angekommen. Mit 0:2 (0:1) verlor die Mannschaft zum Auftakt beim 1. FC Heidenheim und präsentierte sich vor allem offensiv ohne die gewünschte Durchschlagskraft.
„Wir sind heute maximal unzufrieden“, erklärte Daniel Meyer nach der Partie. Zwar bescheinigte er seiner Mannschaft keinen schwachen Auftritt, hätte sich nach dem Pokalcoup jedoch eine breitere Brust erhofft: „Wir haben sicherlich kein schlechtes Spiel gemacht, müssen aber einfach konstatieren, dass wir in den entscheidenden Situationen einfach nicht präsent waren.“

Vor allem die Offensive war für den 41-Jährigen ein Schwachpunkt: „Wir haben im letzten Drittel einfach keine Durchschlagskraft entwickelt und trotz einer gewissen spielerischen Überlegenheit kaum Torgefahr ausgestrahlt.“

Den Hausherren spielte zudem eine Portion Glück in die Karten. Nachdem sich Robin Ziegele in einen Schuss von Konstantin Kerschbaumer geworfen hatte, bemühte Schiedsrichter Nicolas Winter den Videoassistenten und entschied auf Handelfmeter, den Patrick Schmidt eiskalt zur Führung verwandeln konnte (17.). Fortan sah Meyer sein Team „unter Zugzwang“, doch trotz diverser Einschussgelegenheiten für Martin Kobylanski (25./44.), Suleiman Abdullahi (67.) und Nick Proschwitz (83./86.) blieb die „Null“ aufseiten der Braunschweiger Offensive stehen. „Wir sind an uns selbst gescheitert, wir haben viele ordentliche Angriffe vorgetragen, Fußball wird aber einfach über Tore entschieden und da waren wir zu schwach heute“, befand Meyer, der zehn Minuten vor Schluss noch mit ansehen musste, wie Felix Dornebusch und Michael Schultz sich bei einem hohen Ball uneins waren, sodass Heidenheims Nicolas Sessa am langen Pfosten zur Vorentscheidung vollenden konnte (79.).

Die Entscheidung, Dornebusch anstatt den im Pokal siegreichen Jasmin Fejzic aufzustellen hatten sich der neue Eintracht-Trainer und sein Trainerteam vor der Partie alles andere als einfach gemacht. „Das war eine sehr schwierige Entscheidung, die wir die ganze Woche mit uns rumgetragen haben“, so der Fußball-Lehrer, der Dornebusch selbst seine Nominierung erst am Sonntagmorgen mitteilte und als Begründung anführte, „dass Felix ein Stück weit besser zu unserer Spielidee passt“.

Auch Felix Kroos feierte wie erwartet sein Debüt in blau-gelb, konnte das Spiel aufgrund seiner fehlenden Vorbereitung aber noch nicht nachhaltig prägen. „Er hat es über weite Strecken ganz ordentlich gemacht. Allerdings merkt man, dass ihm die Spielpraxis und die Abläufe fehlen“, so Meyer, der dem ehemaligen Unioner dennoch zutraut, künftig zur ordnenden Hand in der Eintracht-Schaltzentrale heranzuwachsen: „Für uns geht es darum, ihm Spielpraxis zu verschaffen und auf das Top-Niveau zu befördern, sodass er uns eben auch helfen kann.“

Mannschaft: Dornebusch (3) – Ziegele (4), Wydra (3,5), Schultz (3) – Kijewski (4), Nikolaou (3), Ben Balla (3,5), Wiebe (3,5) – Kobylanski (4) – Abdullahi (4), Kaufmann (4)
Eingewechselt: 67. Kroos (-) für Ziegele: 68. Bär (-) für Kaufmann; 81. Proschwitz (-) für Wiebe; 82. Bürger (-) für Ben Balla; 88. Kessel (-) für Schultz
Tore: 1:0 (17.) Schmidt (Handelfmeter); 2:0 (75.) Sessa.
Zuschauer: 2052
Chancenverhältnis: 6:3
Eckenverhältnis: 4:5
Gelbe Karten: Ziegele, Kaufmann

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